Transformer-Coaching@DeSelfie: Selbstreflexion in der Gruppe

Machen Sie das auch so? Wenn Sie ein bestimmtes Thema interessiert und Sie sich Wissen darüber aneignen wollen, dann googeln Sie erst einmal. Lassen sich Treffer anzeigen. Lesen Artikel dazu oder sehen sich YouTube-Videos an, recherchieren in Wissensportalen, hören Podcasts, absolvieren kostenlose Online-Checks oder tragen sich für wöchentliche Newsletter-Challenges ein.

DeSelfie: Googeln heißt Kennen, nicht Können. Transformer Coaching. Danke an Christian Wiediger by Unsplash

Verbundenheit mit und ohne Social Media

Dialogische Kommunikation als Kernkompetenz der Zukunft

DeSelfie kommentiert und verlinkt interessante Artikel, Projekte und Menschen für Schnell-Leser: heute ein Artikel aus dem Buch „Verbundenheit“ – herausgegeben von Gerald Hüther und Christa Spannbauer. Wir haben die Zeit genutzt, um Bücher zu lesen. Dieses hier passt besonders gut zu DeSelfie – vor allem der Artikel „Vom Ich zum Du zum Wir?“ von Barbara von Meibom. Eine Anregung zur Selbstreflexion.

DeSelfie: Verbundenheit – Danke an rawpixel

Verbundenheit und wertschätzende Kommunikation

Barbara von Meibom geht davon aus, dass Verbundenheit – das englische Wort „connectedness“ beschreibt etwas treffender was gemeint ist – vor allem durch dialogisch wertschätzende Kommunikation hergestellt werden kann. In ihrem Artikel geht sie zunächst auf die generelle menschliche Sehnsucht nach Verbundenheit ein und plädiert dafür, dass nach der historisch bedingten Phase des Individualismus der Weg „vom Gegeneinander zum Miteinander, von der Konkurrenz zur Kooperation und von der Kooperation zur Ko-Kreation“ (S. 87) ein möglicher sein könnte. Gerade in unserer Welt, die durch technische Verbundenheit geprägt ist.

10 Impulse zur eigenen Reflexion

Besonders zum Nachdenken anregend – insbesondere was die eigene Fähigkeit zur dialogischen Kommunikation betrifft – sind die im Artikel von Hartkemeyer et al. bereits 1998 formulierten Kernkompetenzen, die wir hier sinngemäß auflisten, ein wenig an unseren Kontext anpassen und um reflexive Fragen erweitern. Sie erscheinen uns gut zwei Jahrzehnte später von extremer Wichtigkeit zu sein. Vielen Dank an die Autoren für diese wunderbaren Impulse.

Verbundenheit kann entstehen, wenn wir unsere Kommunikation auf die folgenden 10 Punkte hin prüfen.

Lernen, Respekt, Offenheit und Zuhören

  1. Die Haltung eines Lernenden einnehmen
    Auch wenn ich viel Erfahrungswissen oder Fachwissen zu einem bestimmten Thema mitbringe:
    Wie gut gelingt es mir, aus Begegnungen und Auseinandersetzungen zu lernen?
    Wie schaffe ich es, das Gelernte in mein eigenes Bild zu integrieren?
  2. Respekt zeigen
    Wie gut schaffe ich es, mein Gegenüber in seinen Ansichten zu akzeptieren – und, einen Schritt weitergedacht: Kann ich die Welt mit den Augen meines Gegenübers sehen? Kann ich versuchen, dessen Sicht, Erfahrungswelt und Meinung mit seinen Augen zu sehen?
  3. Offenheit anstreben
    Inwiefern kann ich von meinen eigenen Überzeugungen einen Schritt abweichen, mich vielleicht sogar von der ein oder anderen Überzeugung lösen?
  4. Aus dem Herzen sprechen
    Inwiefern schaffe ich es, mich selbst zu zeigen und kundzutun, was mich wirklich bewegt und was mir wichtig ist? Natürlich ist bei diesem Punkt der Kontext besonders wichtig. Im familiären und freundschaftlichen Bereich mag das oft einfacher als im Arbeitsbereich sein…
  5. Zuhören lernen
    Achtsames Zuhören, den anderen aussprechen zu lassen, ist einer der Schlüssel gelungener Kommunikation.
    Wie gut kann ich dem Gegenüber wirklich zuhören?
    Höre ich, was derjenige sagt, oder bin ich in meinen Gedanken schon wieder bei meinen eigenen Gedanken und warte nur darauf einzuhaken? Dazu gehört auch, sich ausreichend Zeit zum Zuhören und Nachdenken zu nehmen, bevor wir selbst sprechen.

    Entschleunigung, Beobachten, Plädieren, Forschen

  6. Verlangsamung bewusst einsetzen
    Wie ging es mir mit der Begegnung mit meinem Gegenüber? Inwiefern schenke ich dieser Begegnung im Nachhinein genug Aufmerksamkeit?
    Habe ich wirklich verstanden, was gemeint war, spüre ich nach, was es mit mir gemacht hat, lasse ich das Erfahrene wirken?
  7. Beobachten statt bewerten
    Erst wenn ich meinen eigenen Bewertungen oder Abwertungen auf der Spur bin, kann Raum für Verstehen entstehen.
    Wie gut schaffe ich es, meinem Gegenüber wertfrei entgegen zu treten?
    Was machen Vorerfahrungen mit mir?
    Wie gehe ich mit Vorurteilen um?
  8. Produktives Plädieren
    Wertschätzende Kommunikation heißt nicht, sich selbst und seine eigene Meinung zu verbergen. Vielmehr geht es darum, die eigene Denkweise offen zu legen und andere teilhaben zu lassen.
  9. Forschender sein
    Wer eine erkundende Haltung einnimmt, die darauf abzielt, neue Erkenntnisse zu gewinnen, der zeigt echtes Interesse am Gegenüber.
    Wie gut gelingt es mir, diese Haltung immer wieder bewusst einzunehmen?
    Glaube ich, alles zu wissen – oder kann ich davon ausgehen, dass wir Menschen nie alles wissen können. Und gehen somit nicht nur unserem eigenen Denken, Fühlen und Handeln auf die Spur – sondern auch demjenigen unseres Gegenübers?
  10. Beobachten zweiter Ordnung
    Wenn ich es selbst schaffe, mich bei meinen eigenen Beobachtungen zu beobachten, kann ich der Bedeutung des Gedachten auf die Spur kommen.
    Inwiefern schaffe ich es, aus der Situation herauszutreten und mich selbst und meinen Gedankengängen auf die Spur zu kommen?
    Woher kommen meine Überzeugungen, meine Haltung zum Gegenüber, zum Gesagten und Gedachten?

Verbundenheit DeSelfie: Danke an Mateusz Dach über pexels

Orts- und zeitunabhängige Kommunikation

Wir leben in einer Zeit, in der technisch vermittelte Kommunikation für weite Teile der Gesellschaft selbstverständlich ist. Wir kommunizieren zeit- und ortsunabhängig bei gleichzeitig steigender räumlicher Distanz. Das Wechselspiel zwischen technisierter Kommunikation und Face-to-Face-Kommunikation ist dabei fließend.

Und natürlich birgt der technische Fortschritt immer auch Herausforderungen im Umgang damit.

  • Wie schaffe ich es, beide Seiten, die technisierte Kommunikation und die im direkten Sein mit dem Gegenüber für mich ausgewogen zu leben?
  • Inwiefern bin ich mir bewusst darüber, was ich im Netz preisgebe – und was andere daraus machen können, wollen, werden?
  • Möchte ich gerne lieber in direkten Kontakt treten, oder fliehe ich eher davor?
  • Wie gut komme ich mit meinem realen Selbstbild klar, gerade dann, wenn andere nur das virtuelle, vielleicht geschönte Bild von mir kennen?

Eine spannende Zeit, in der wir leben! Gerne schließen wir diese kurze Betrachtung mit einem Zitat von Barbara von Meibom, in dem sie schreibt: „/…/ Vielmehr geht es darum, das eigene Selbstwertgefühl und die eigenen Selbstführungsfähigkeiten so zu erweitern, dass wir die neuen technischen Instrumente auf eine reife Art nutzen und der faktischen Verbundenheit alles Lebendigen Raum geben“

Eine sehr schöne Idee, die uns von DeSelfie inspiriert und motiviert, weiter an diesem Thema zu arbeiten.

Die Quellen

Wir zitieren aus dem Artikel von Barbara von Meibom „Vom Ich zum Du zum Wir? Eine neue Kultur der Verbundenheit kommunizieren“ aus dem Buch „Verbundenheit. Warum wir ein neues Weltbild brauchen“, das 2018 überarbeitet wurde und bei Hogrefe erschienen ist.

Hier ein Link zum Plädoyer der Herausgeber.

Auch interessant?

Wenn Sie diesen Artikel interessant gefunden haben, könnte Ihnen auch der psychologische Forschungsartikel unserer Autorin Carina Rothenbücher gefallen. Sie schreibt darüber, wie sich das frühkindliche Bindungsverhalten auf die Nutzung Sozialer Medien auswirken kann.

Über ein ebenfalls sehr empfehlenswertes Buch mit dem Thema „Würde“ haben wir hier in diesem Artikel geschrieben. Gerald Hüther schreibt darin sehr umfassend über den Wert menschlicher Würde und darüber, was sich aus einem veränderten Bewusstsein dafür entwickeln könnte.

DeSelfie heißt, sich selbst auf der Spur sein.

DeSelfie: Mein erstes halbes Jahr im Arbeitsleben

Selbstreflexion und Wachstum durch den Job im Großkonzern: ein persönlicher Erfahrungsbericht

Samuel, Jahrgang 1995, schreibt über seine Berufserfahrungen nach dem Bachelor. Ein einfühlsamer Longform-Read über Arbeit und Selbstreflexion, für den man sich ausreichend Zeit und Muße nehmen sollte. Samuel reflektiert Motivation, Erwartungen und Gelerntes. Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse: Soziale Akzeptanz, Wertschätzung und Freundschaft sind ihm wichtiger als das monatliche Gehalt. Geprägt haben ihn wertvolle Erfahrungen aus seiner Ursprungsfamilie.

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Tagung zum Thema Selbstreflexion

Als Schlüsselkompetenz für die agile Organisation

Wie schön – wir von DeSelfie freuen uns sehr über diese Veranstaltung, die uns gezeigt hat, welch wichtigen Stellenwert das Thema Selbstreflexion in Organisationen einnimmt! In Bad Boll trafen sich mit Führungsthemen befasste Menschen aus Unternehmen, die mit Veränderungsthemen umgehen müssen, sollen oder wollen. Sie beschäftigten sich mit Themen wie Digitalisierung, Wachstum, Disruption oder der Aufgabe, schneller zu werden.

Danke an pixabay! DeSelfie likes: In der Tagung über Selbstreflexion in agilen Organisationen reflektieren sich die Teilnehmer selbst

Führungspersönlichkeiten in Zeiten Digitaler Transformation

Wie Führungskräfte der Gegenwart und Zukunft sein sollten: eine Spurensuche

Wenn wir unseren linearen Denkprozessen folgen, dann könnten wir davon ausgehen, dass Mitarbeiter und Führungskräfte in Zukunft einfach digitaler werden müssen – dann werden wir schon alle irgendwie mit dem Wandel, der da noch auf uns zukommt, klar kommen. Hannah Holzhausen hat in ihrer Bachelorarbeit Qualitäten untersucht, die Führungskräfte in Zeiten Digitaler Transformation mitbringen und entwickeln sollten. Führungskräfte, die mit den Veränderungen der Digitalisierung mitschwingen. Die es schaffen, sowohl die Neugier der jungen Generation als auch die Erfahrungen der Älteren im Unternehmen gut zu verbinden. Die das Beste in den Mitarbeitern fördern, die motivieren und Freiraum lassen, digital affin sind und einen klaren Erwartungsrahmen setzen. Die wichtigsten Ergebnisse lesen Sie hier:

Danke an pexels.com

Legosteine lügen nicht

Übers Legobauen zum Kern kommen

Herzlichen Dank für die vielen Rückfragen zum LEGO-Workshop-Angebot, das DeSelfie-Gründerin Dr. Astrid Dobmeier in Kooperation mit der Strasser & Strasser Unternehmensberatung anbietet. Wir haben hier noch einmal alle wesentlichen Punkte in Form von FAQs dargestellt. Was wir guten Gewissens sagen können: Wir machen mit unseren Kunden nichts, was wir nicht selbst auch erlebt und für gut befunden hätten. Denn was wir gelernt haben und aus der Retrospektive umso mehr bekräftigen können: Seit unserem eigenen Workshop, den wir als Teilnehmer mitgemacht haben, hat sich viel Kreatives, Neues und Bewegendes bei uns im Netzwerk getan. Also: Wirkung zu hundert Prozent erfüllt!

Jobs aus der Zukunft

Herausgepickt: 21 Zukunftsjobs

DeSelfie kommentiert und verlinkt interessante Artikel, Projekte und Menschen für Schnell-Leser. Dieses Mal beschäftigen wir uns mit Jobs aus Zukunft. Die Arbeitswelt ändert sich schneller denn je. Mit ihr verändern sich die Anforderungen an Arbeitnehmer. Dieser Wandel bringt sowohl die Schaffung neuer Arbeitsstellen mit sich als auch die Gründung völlig neuer Branchen. Eine Studie stellt 21 durchaus realistische Stellen der Zukunft vor.  

Zukunftsforschung: Die postdigitale Ära

Die Balancefindung zählt

Das Thema Digitalisierung ist im öffentlichen Bewusstsein angekommen. Der moderne Mensch greift durchschnittlich über 2.000 Mal am Tag zum Smartphone. Es ist nur logisch, dass bei einigen von uns die Sehnsucht nach dem Analogen groß ist. Der Wunsch nach Abschalten, nach Entspannung und “Echtheit”. DeSelfie beschäftigt sich auch in diesem Jahr mit soziopsychologischen Beobachtungen rund um das Thema Selbstreflexion im digitalen Zeitalter. Wir starten mit den Trendbeobachtungen von Matthias Horx, die uns dazu inspiriert haben, über die “postdigitale Ära” nachzudenken.

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Agilität und Entschleunigung

Warum eine Balancefindung aus Agilität und Entschleunigung immer wichtiger werden wird

Vielen Dank, Jan Füchtjohann, für das wunderbare Essay in der Süddeutschen Zeitung. DeSelfie verlinkt an dieser Stelle wieder einmal eine interessante Zeitgeist-Betrachtung: In seinem Artikel „Agile Revolution“ (Print-Ausgabe vom 11.12.2018, S. 9), der im Netz mit „Demokratie muss rumpeln und stottern“ überschrieben ist, argumentiert der Autor, dass demokratische Prozesse Zeit brauchen – und diese sich somit gegensätzlich zur beschleunigten digitalisierten Welt verhalten.

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Arbeiten im Jahr 2030

Welche Werte werden wichtiger werden?

Wie motivieren wir unsere Mitarbeiter? Wir rekrutieren wir die Besten? Wie halten wir sie? Diese und weitere Fragen beschäftigen zahlreiche Management- und Personalabteilungen – und vice versa auch die Arbeitnehmer selbst.

In einem Workshop fiel zu diesem Thema neulich ein bemerkenswerter Satz. Es waren 15 Menschen zusammengekommen, um darüber nachzudenken und sich auszutauschen, was in Zukunft wichtiger oder weniger wichtig für Arbeitnehmer sein könnte. Angelehnt an die Studie www.arbeitenviernull.de, hatten die Teilnehmer in einer Sequenz vier Werte andiskutiert, die laut Studie Arbeitnehmern im Jahr 2030 wichtig sein würden. Die Teilnehmer klopften diese Werte – und Arbeit 2030 – auf sich selbst bezogen ab. In 2030 werden sie selbst zwischen 33 und 72 Jahren sein.

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