Weniger Konsum heißt: mehr Zufriedenheit

Selbstreflexion über Konsum
bringt persönliche Vorteile

Endlich konnten wir wieder einmal die Zeit nutzen, um eine wissenschaftliche Studie genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieses Mal fiel unser Augenmerk auf die Untersuchung eines US-amerikanischen Forscherteams rund um die deutsche Forscherin Dr. Sabrina Helm. Thema: Konsum. Sie lehrt an der University of Arizona im Bereich Einzelhandel- und Konsumwissenschaften. Für die Studie hat sie sich mit Kollegen der Familien- und Sozialwissenschaften zusammengetan: Joyce Serido, Sun Young Ahn, Victoria Ligon und Soyeon Shim. Die Forscher wollten wissen: Macht mehr Konsum zufriedener – oder unzufriedener? Wir fragen zurück: Und wenn so oder so – wie können wir Selbstreflexion sinnvoll und zukunftsorientiert nutzen, um unser Verhalten zu überdenken?

Wissenschaftlich erwiesen: Mehr “grüne Produkte” zu shoppen macht nicht unbedingt gefühlt zufriedener – ein bewusster Konsumverzicht hingegen schon. Danke an Pexels.

Im größeren Kontext der Studie geht es um das Konsumverhalten von 18- bis 26-jährigen College-Studierenden in den USA. Es haben 968 Probanden an der Studie teilgenommen. Ein Ziel war es, Zusammenhänge von Konsum bzw. Verzicht und Wohlbefinden herzustellen. Die Forscher wollten also herausfinden: Fühlt man sich wohler (= ist glücklicher, zufriedener, irgendeine Auswirkung, die zu spüren ist), wenn man von herkömmlichen Produkten auf “grüne” Produkte umsteigt – und somit ökologisch bewusster konsumiert bzw. handelt? Nein. Wer auf nachhaltigere Produkte umsteigt, fühlt sich nicht unbedingt besser (weil er oder sie zum Beispiel etwas für den kollektiven Klimaschutz beigetragen hat). Interessant.

Konsum: weniger Eigentum = mehr Freiheit

Was stattdessen herausgefunden wurde, bestätigt eine alte Weisheit, die da heißt „Eigentum verpflichtet“. Wer Eigentum anhäuft, ist nicht unbedingt gelassener. Und die Wissenschaftler begründen das damit, dass die Verpflichtungen rund um Eigentum einfach aufwändig und stressig für Menschen sein können. Weniger Eigentum zu haben befreit eher. Und das wirkt sich wiederum positiv auf das Wohlbefinden aus. Das Wohlbefinden erhöht sich also, wenn wir auf materielle Dinge verzichten.

Der Schlüssel: Motivationen verstehen

Die Forscher testeten unterschiedliche Hypothesen, die materiellen Besitz mit persönlichem Wohlbefinden, finanzieller Zufriedenheit, und psychologischem Stressempfinden korrelierten. Wenn man junge Menschen also wirklich dazu bringen möchte, weniger materialistisch zu handeln (um zum Beispiel klimafreundlicher zu leben), dann kann das nicht gelingen, indem man noch mehr alternative Produktstrategien entwirft. Die Forscher sehen den Schlüssel eher darin, junge Leute dafür zu begeistern, dass das Reduzieren von Konsum nicht eine Abnahme der Lebensqualität bedeutet, sondern, wie durch diese Studie unterstützt, das Wohlbefinden eher erhöht.

Dieses Verständnis der Motivationsstruktur junger Verbraucher ist von wesentlicher Bedeutung.

Shareconomy heißt: Wir sollten alle lernen, wie “gutes Teilen” gehen kann. Dank an Pexels.

Selbstreflexion zum Thema Konsum

Das führt uns auf individueller Ebene zu Fragen wie:

  • Wie gehe ich mit Eigentum um?
  • Wie wichtig sind mir materielle Dinge, wie wichtig immaterielle?
  • Inwiefern beeinflussen mich materielle Käufe positiv oder negativ?
  • Welchen Beitrag leiste ich selbst für oder gegen die Umwelt?
  • Wie würden mich meine engsten Freunde und meine Familie einschätzen?

Auf kollektiver Ebene sind Fragen zum Thema Konsum und Selbstreflexion relevant wie:

  • Wenn junge Menschen Dinge nicht mehr unbedingt besitzen wollen, was wollen sie stattdessen?
  • Welche Auswirkungen hat das auf die älteren Generationen?
  • Wofür wollen oder müssen junge Menschen Geld verdienen?
  • Wenn ihr Hauptaugenmerk nicht das Geldverdienen und die Anhäufung von Geld per se ist – was dann?
  • Wie können Unternehmen mit der Anspruchshaltung dieser Generationsvertreter gut umgehen?

Shareconomy bedeutet: teilen von Autos, Büros, Wohnungen, kleineren Konsumgütern oder größeren Dienstleistungen. Wir von DeSelfie nehmen wahr: Ja, es gibt junge Menschen, die das so sehen und auch verfolgen – und das sind sicherlich nicht alle. Immer noch streben auch junge Menschen den Erwerb von Immobilien oder den Kauf von teuren Autos an. Es kommt darauf an, wie sie sozialisiert sind. Und was Eltern und Großeltern vorgelebt haben – welche Werte sie sich im Erwachsenenalter dazu erwerben oder welche sie ablegen oder ausbauen möchten.

Lassen Sie uns miteinander in Kontakt treten, so dass Dialogräume über Fragen wie diese entstehen können.

Die Studie im Originaltext zum Nachlesen

Hier lesen Sie die Studie im englischen Original-Text gerne nach.

DeSelfie heißt, sich selbst auf der Spur sein.

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DeSelfie: Verbundenheit, Kommunikation und Selbstreflexion – Danke an rawpixel

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Thx to pexels.com Lisa Fotios