Methode zur Selbstreflexion: Systemische Filmanalyse

Bewusst einen Film sehen – und sich im Anschluss Fragen stellen und beantworten

Es gibt viele Momente im Leben, die uns zur Reflexion inspirieren können. Oder anders herum gedacht: Wir können die Momente der Reflexion auch aktiv ins Leben holen, wenn wir das wollen. Einen oft sehr lohnenswerten Reflexionsraum bietet das Medium Film. Das heißt nicht, dass wir ab sofort und immer jeden Kino- oder Fernsehfilm, jede Netflix- oder Amazon-Prime-Serie analysieren, hinterfragen und mit uns selbst in Kontext betrachten und reflektieren müssen. Das wäre auf Dauer ganz schön anstrengend! Und verkopft!

Film als Raum für Selbstreflexion, Danke an Pixabay

Das Medium Film kann und darf natürlich auch einfach nur Spaß machen – dem Abschalten, Loslassen, Träumen, Abschotten von der Realität dienen. Keine Frage. Nicht umsonst beschäftigen sich ganze Forschungssstränge in der Medienpsychologie mit sogenannten „Uses-and-Gratification-Ansätzen“, die sich mit Eskapismus und Medienkonsum als Alltagsflucht befassen. Wir alle wissen: Film kann zum Spannungsabbau extrem hilfreich sein.

Film einmal bewusst anschauen

Wenn wir Energie und Lust haben, Filme einmal anders anzuschauen, dann bietet sich die Systemische Filmanalyse an. Auf diese Art können wir uns ganz spezielle Filme bewusst heraussuchen – und diese einmal unter anderen Aspekten betrachtet anschauen. Und danach: erst einmal wirken lassen. Nicht sofort umschalten, twittern, weiterschalten, einen weiteren Film ansehen oder durch You-Tube-Kanäle skippen. Nein. Nach dem Schauen das Gesehene bewusst wirken lassen. Entschleunigen.

Programmfilm statt Blockbuster

In der Regel eignen sich dafür weniger typische Blockbuster – was nicht heißt, das wir auch in bombastischen Hollywood-Filmen einen guten Resonanzboden für eigene Überlegungen und Haltungen finden könnten – sondern eher Programmfilme, die eine tiefere Reflexionebene zulassen. Filme, die Bezug zum eigenen Kulturkreis haben, die alltagsrelevante Themen zeigen, die eher wenig Hauptdarsteller und Nebendarsteller haben, die realitätsnahe Geschichten zeigen.

DeSelfie Systemische Filmanalyse – Danke an Freestocks.org

Film ist das Leben in 100 Minuten

Es gibt genügend Filme, die uns jene Grundthemen liefern, die uns auch im wirklichen Leben beschäftigen. Filmexperte Bernhard Moritz sagt: “Wirkungsvolle Filme versetzen uns in eine Art ,Übergang zwischen Sehnsucht und Erfüllung’. Sie arbeiten mit dem Erhalt dieses Zwischenzustands. Ein Film ist das Leben in 100 Minuten. Ein Film ist das Leben, aus denen man die langweiligen Stellen herausgeschnitten hat.“

Wirkungsvolle Filme liefern uns Grundthemen und Gegensätzlichkeiten aus dem klassischen Drama und der Idee der Heldenreise wie Erhaltung vs. Zerstörung, Triumph vs. Erniedrigung, Wahrheit vs. Täuschung, Erfolg vs. Misserfolg, Angriff vs. Flucht, gewohnte Welt vs. neue Welt, Sinn des Lebens, Karriere, Liebe, Altwerden.

Im Zentrum ist das Wie

Im Vergleich zur klassischen psychoanalytischen Filmanalyse können wir nach dem Schauen des Films die Chance nutzen, und nicht das Warum der Handlungen erforschen, sondern das Wie.

Wie geht die Heldin / der Held mit der Situation um?

Was zeichnet ihr / sein Verhalten  in bestimmten Situationen aus?

Wie kommt die Heldin / der Held zu seinen Entscheidungsfindungen?

Am Anfang steht die Filmauswahl

Wir können den Film alleine oder mit mehreren Personen anschauen. Zunächst gilt es die Auswahl zu überlegen. Welchen Film wähle ich aus? Ist er auf Netflix oder Amazon vorhanden, muss ich ihn als DVD besorgen?

Folgende Fragen können bei der Auswahl helfen:

  • Inwiefern fand der Film Anklang bei nationalen oder internationalen Film-Festivals und Filmkritik?
  • Inwiefern stimmen mich die Kritiken über den Film zuversichtlich, dass er bei mir Resonanz findet?
  • Was reizt mich generell an der Handlung?
  • Bietet der Film ein Grundthema, das mir wichtig ist und mit dem ich mich auseinandersetzen will?
  • Und die wichtigste Frage: Bin ich neugierig auf die Handlung – und bin ich neugierig, was die Handlung und das Gesehene, Gehörte, Erlebte bei mir (und anderen) auslöst?

Generell sind es eher die „leisen“ und scheinbar unspektakulären Filme, die das scheinbar Gewöhnliche zeigen, die am meisten in uns auslösen. Es geht häufig um Konfrontationen mit der Wirklichkeit, um Muster und Glaubenssätze, um das Scheitern als filmisches Element, um Paradoxien und Spannungen, um Übergangsphasen von dem einen zum anderen.

Reflexionsraum Film DeSelfie – Danke an Pexels

Zehn mögliche Fragen

Nachdem Sie den Film angesehen haben, bieten sich folgende zehn Fragen an. Sie sollten sich ausführlich Zeit dafür nehmen. Notieren Sie sich Ihre Gedanken auf ein Blatt Papier – oder bitten Sie einen in der Runde, wenn Sie mehrere Personen sind, die interessantesten Punkte mitzunotieren.

  1. Was hat der Film mit mir selbst zu tun?
  2. Was hat mich beeindruckt am Verhalten der Protagonisten?
  3. Bei welchen konkreten Szenen, die mir in Erinnerung sind, habe ich etwas gespürt?
  4. Bei welchen Personen im Film hatte ich das Gefühl, dass mir die Person bekannt vorkommt?
  5. Welche Filmperson berührt mich am meisten?
  6. Welche Filmperson löst andere Gefühle bei mir aus?
  7. In welchen Flmpersonen finde ich Anteile von mir selbst wieder?
  8. Welche Lösungsansätze im Film sprechen mich an, welche nicht?
  9. Was würden bestimmte Freunde / der Partner / die Eltern wohl sagen, was sie am Film berührt hätte?
  10. Welche Erkenntnisse aus dem Film möchte  ich für mich weiter verfolgen?

Viel Freude beim Schauen, Reflektieren, sich Finden und Analysieren!

Sie finden die Methode spannend?

In unserem Artikel über Selbstreflexion schreiben wir über weitere Resonanzräume, die wir als Anstoß für Selbstreflexion nutzen können.

Hier gibt es weitere Methoden zur Selbstreflexion.

Interessante Links

Wir von DeSelfie bedanken uns ganz herzlich bei den vielen guten Inspirationen von Bernard Moritz, www.paarberatung-tirol.at – den Cineasten unter den Systemischen Therapeuten. Vielen herzlichen Dank für die wunderbaren Inhalte und Impulse aus dem Seminar „Systemische Filmanalyse“.

Im angloamerikanischen Bereich hat Filmanalyse für Therapie und Coaching einen festen Platz. Wer sich für Cinema Therapy interessiert, findet hier eine wunderbare Schatzkiste an Filmen.

 

Methode: Selbstreflexion anhand bewältigter Krisen

Krisenprophylaxe? Dann am besten an “das Geschafft” denken!

Wenn wir von Selbstreflexion sprechen, dann geht es oft auch darum, wie wir mit vergangenen Krisen bisher umgegangen sind. Wie wir daraus gelernt haben – und welche Themen wir als unsere weiteren Entwicklungsaufgaben sehen. Sagen wir mal so: Die nächste Krise kommt bestimmt. Und dann fragen wir uns zurecht: Wie komme ich da bloß wieder raus? Wir von DeSelfie sagen: Kommt darauf an, in welcher Phase der Krise wir uns befinden!

Die folgende Methode bringt mehr Licht ins Dunkel: eine aktive Reflexionsarbeit in Phasen, orientiert an der “Veränderungskurve” von Richard K. Streich. Jeder kann sie still für sich machen – oder mit einem lieben Menschen zusammen und die Erkenntnisse teilen.

Selbstreflexion bei DeSelfie: eine Methode, um für Krisen gewappnet zu sein. Danke an pexels.com

Legosteine lügen nicht

Übers Legobauen zum Kern kommen

Herzlichen Dank für die vielen Rückfragen zum LEGO-Workshop-Angebot, das DeSelfie-Gründerin Dr. Astrid Dobmeier in Kooperation mit der Strasser & Strasser Unternehmensberatung anbietet. Wir haben hier noch einmal alle wesentlichen Punkte in Form von FAQs dargestellt. Was wir guten Gewissens sagen können: Wir machen mit unseren Kunden nichts, was wir nicht selbst auch erlebt und für gut befunden hätten. Denn was wir gelernt haben und aus der Retrospektive umso mehr bekräftigen können: Seit unserem eigenen Workshop, den wir als Teilnehmer mitgemacht haben, hat sich viel Kreatives, Neues und Bewegendes bei uns im Netzwerk getan. Also: Wirkung zu hundert Prozent erfüllt!

Der blinde Fleck

Der blinde Fleck in uns

DeSelfie beschreibt in diesem Fachartikel den sogenannten “blinden Fleck” –  Nein, nicht diesen, den Entdecker vor langer Zeit auf einer Landkarte mit Schiffen suchten. Es geht um jenen blinden Fleck, den wir finden, wenn wir uns auf die Reise zu uns Selbst begeben: zu unseren eigenen Wahrnehmungsmustern und der Frage, was Realität eigentlich ist.

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Selbstreflexion: Bin ich hochsensibel?

Hochsensibilität: Definition, Forschungsstand, Vorteile, Nutzen und Strategien im Umgang kennenlernen

„Du bist aber sensibel“ oder „sei doch nicht so emotional!“ Hochsensible Menschen bekommen solche und ähnliche Sätze häufig zu hören. Bereits von Kindheit an wird ihnen häufig vermittelt, sie seien irgendwie anders oder etwas stimme nicht mit ihnen. Wer hochsensibel ist, unterscheidet sich tatsächlich vom Großteil der Bevölkerung. Schlechter ist diese Eigenschaft jedoch definitiv nicht. Ganz im Gegenteil! In Zeiten wie diesen, die von schnellen Veränderungen geprägt sind, kann Feinfühligkeit ein großer Vorteil sein. DeSelfie-Autorin Charlotte Friedrich über Feinfühligkeit als Kompetenz.

Wie wir gute Entscheidungen treffen

Die Qual der Wahl

Wir treffen jeden Tag eine Unmenge an Entscheidungen. Kleine und große. Wenn wir uns beispielsweise beim Einkaufen zwischen verschiedenen Produkten entscheiden – die Auswahl wächst jeden Tag. Inzwischen können wir aus über 250 verschiedenen Shampoo-Sorten wählen. Eigentlich eine große Freiheit. Und gleichzeitig fällt es uns immer schwerer, uns zu entscheiden. Unsere Londoner Autorin Charlotte Friedrich deckt für DeSelfie zwei grundsätzliche Entscheidungstypen auf. Eine Spurensuche, wie wir gute Entscheidungen treffen können.

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Methode: Der „Self Compassion Letter“

Was ein Brief an sich selbst bewirken kann

Die Positive Psychologie hat es sich zum Ziel gesetzt, “unser Leben besser zu machen”. DeSelfie stellt Methoden daraus vor, die uns auf dem Weg der Selbstreflexion inspirieren können. In diesem Artikel geht es um die Methode „Self Compassion Letter “. Unserer Autorin Charlotte Friedrich begegnete diese unter anderem während ihres Studiums an der University of East London. Mit Applied Positive Psychology & Coaching Psychology ist sie Pionierin dieses Fachgebiets, das im deutschsprachigen Raum noch wenig verbreitet ist.

DeSelfie: Was ist Selbstreflexion?

Selbstreflexion: Definition, Methoden, Nutzen und Zusammenhänge verstehen

Ein Fachartikel über das, was bei DeSelfie im Mittelpunkt steht. Was wir wissen, ist: Die Selbstreflexion ist für zwischenmenschlichen Umgang von größter Bedeutung. Vor allem weil unsere Welt sehr komplex und schnelllebig geworden ist. Insbesondere, wenn wir mit Menschen zusammen leben oder zusammen arbeiten. Für Führungskräfte wie für Mitarbeiter, für Eltern wie junge Erwachsene oder Lehrer gleichermaßen. Eine Spurensuche.

Methode: You at your Best

Methode: Ich, in Bestform.

Die Positive Psychologie hat es sich zum Ziel gesetzt, “unser Leben besser zu machen”. Das heißt, nicht nur Diagnosen darüber zu stellen, was alles falsch bei uns läuft, um dann diese Defizite zu reduzieren, sondern stattdessen mit unseren Stärken zu arbeiten und unser allgemeines Wohlbefinden zu erhöhen. Dabei helfen sollen bestimmte Interventionen, die wir bewusst in unseren Alltag integrieren können. Die Methode „You at your Best“ ist eine davon.

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Der Gehirn-Neustart

Herausgepickt: So setzen Sie Ihr Gehirn auf Neustart

DeSelfie kommentiert und verlinkt interessante Artikel, Projekte und Menschen für Schnell-Leser. Thomas Oppong, Gründer und Kolumnist, beschreibt, welche Methoden es gibt, um das Gehirn “zurückzusetzen” und wieder fitter zu machen – im Englischen spricht er von “Reboot”. Ein Vorgang, den wir vom Umgang mit dem Smartphone gut kennen: In diesem Fall schalten wir das Gerät dann zurück auf “Werkseinstellungen”. Zeitinvestition für unser Gehirn:  nicht mehr als 15 Minuten.

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