Wozu sich selbst hinterfragen – warum DeSelfie?

Keine Frage – es braucht Mut, sich hin und wieder selbst zu hinterfragen. Sich bewusst zu entscheiden, Dinge im Alltag zu verändern oder beizubehalten. Darauf zu vertrauen, dass das alles Sinn macht. Da geht es uns in der Familie, in Partnerschaft und Freundeskreis genauso wie im Job, in der Schule, Aus- und Weiterbildung oder im Studium. Wenn die Hürden dann aber erst einmal überwunden sind, gehen wir gestärkt daraus hervor.

Das ist oft gar nicht so leicht, die eigenen Muster – das komplizierte Ineinanderfließen von Denken, Fühlen und Handeln – zu verstehen.

DeSelfie hilft dabei. DeSelfie ist ein Lotse für stürmische Zeiten. Und wer bereit dafür ist, der kann überprüfen, wo er oder sie sich selbst im Kreislauf verortet:

 

Um in den DeSelfie-Kreislauf einzutreten, braucht es erst einmal ein Bewusstsein für das Problem. Manchmal hilft uns unser Körper ohnehin ganz unbewusst – und zeigt uns, dass irgendetwas nicht stimmt. Hin und wieder aber auch nicht, dann ist es nur so ein diffuses Gefühl in uns, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Die Wahrnehmung darauf zu richten, wie es uns geht, das ist schon mal der erste wichtige Schritt. Dass uns zum Beispiel erst einmal klarer wird, nicht nur die anderen sind schuld daran, wie es mir geht, sondern ich selbst trage auch mit die Verantwortung. Dafür braucht es manchmal ein bisschen Anregung, wie ich überhaupt dahin komme, klarer zu sehen. Die hat DeSelfie.

Dann ist es wichtig, sich selbst ein Ziel zu setzen. Denn wofür soll sich die Anstrengung lohnen? Kein Mensch verändert sich, wenn es sich nicht für irgendetwas lohnen würde. Auch da hilft DeSelfie.

Und nur, wer sich selbst immer wieder überprüft, wird im Check feststellen, ob er seinem Ziel einen Schritt näher gekommen ist. Dann können wir mit DeSelfie zusammen Erfolge feiern!

Wenn ich dann merke, das ist mir alles zu anstrengend, kann ich den Kreislauf auch bewusst stoppen und ruhen lassen – um ein andermal noch einmal Anlauf zu nehmen. Kleine Schritte machen einen Weg – und die führen dann auch gestärkt in eine glücklichere Grundhaltung.

Das hält auf Dauer psychisch und physisch gesund. Und wer gesund ist, der hat auch genug Elan, den nächsten Herausforderungen zu begegnen.

Welcome, angekommen im DeSelfie-Kreislauf! So kann die eigene Persönlichkeit wachsen. Alles nicht neu … aber vielleicht noch einmal neu darüber nachgedacht.

Ein Anfang ist gemacht…

 

…und wir können gemeinsam aus verschiedenen Blickwinkeln auf das Thema Selbstreflexion schauen. Psychologisch, philosophisch oder biologisch.

Digitalisierung. Globalisierung. Flexibilisierung. Schneller. Höher. Weiter.

Die Welt dreht sich rasant. Patentrezepte und Pauschal-Lösungen reichen in unserer komplexen Welt nicht mehr aus. Nicht für Zufriedenheit, Gesundheit oder gelungenes Miteinander. Nicht für Erfolg. Nicht für uns Menschen.

Was stattdessen?

1. Stehen bleiben (…vielleicht sogar hinfallen).
2. Atmen.
3. Denken. Fühlen. Handeln.

Kernkompetenz? Sich selbst hinterfragen!

Und was braucht es dafür? In einer immer komplexeren Welt braucht es Menschen, die bereit sind, nicht nur ihre Ziele, sondern auch sich selbst zu hinterfragen. Die fokussieren können. Priorisieren. DeSelfie ist ein Portal rund um das Thema Entwicklung der Menschen und Unternehmen in unserer modernen Gesellschaft.

Interessant für Denker, Skeptiker, Optimisten, Neugierige, Fleißige und Faule. Für Führungskräfte und solche, die es werden wollen. Für Unternehmer und Menschen aus der Personalentwicklung, die verstehen, dass der Mensch der wichtigste Teil der Digitalisierung und der Globalisierung ist – und sein wird. Und für Menschen, die über ihren eigenen Tellerrand schauen wollen.

DeSelfie liefert Impulse auf Fragen wie:

  • Wie finde ich mich gut zurecht in der sich immer schneller wandelnden  Welt – und was ist darin meine aktive Rolle?
  • Wie verhält sich mein Unternehmen hinsichtlich der ständigen Veränderungen in einer Welt, die von Digitalisierung geprägt ist – und wie verhalte ich mich darin?
  • Wie steht es um das Ineinandergreifen der Komponenten Arbeit, Familie, Freunde, Freizeit, Gesundheit, Social Life 4.0 – heute und morgen?

Selbstreflexion kann man lernen. Lernen, sich selbst durch den Dschungel des Wahnsinns  zu navigieren.

Selbstreflexion: Definition, Methoden, Nutzen und Zusammenhänge verstehen

Was wir wissen, ist: Die Selbstreflexion ist für zwischenmenschlichen Umgang von größter Bedeutung. Vor allem weil unsere Welt sehr komplex und schnelllebig geworden ist. Insbesondere, wenn wir mit Menschen zusammen leben oder zusammen arbeiten. Für Führungskräfte wie für Mitarbeiter, für Eltern wie junge Erwachsene oder Lehrer gleichermaßen. Eine Spurensuche.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Definition
  2. Prozess
  3. Lernen
  4. Ergebnis & Nutzen
  5. Probleme
  6. Zusammenhänge

1. Was ist Selbstreflexion?

So verstehen wir bei DeSelfie Selbstreflexion

DeSelfie sieht Selbstreflexion so: Selbstreflexion ist die Fähigkeit, über sich selbst nachzudenken. Das bedeutet, sein Denken, Fühlen und Handeln zu analysieren und zu hinterfragen mit dem Ziel, mehr über sich selbst herauszufinden – sowie über die Beziehung zu anderen.  Um so künftig angemessen/er handeln zu können. Wie genau, das kommt natürlich auf das jeweilige Ziel an. In Fachartikeln schreiben wir darüber, worauf es ankommt. Unsere Haltung ist von einem Menschenbild geprägt, das generell davon ausgeht, dass wir Menschen Lösungen in uns tragen. Das Systemische Denken und Handeln ist dabei unser Grundprinzip.

Durch Selbstreflexion kommt man manchmal zu Erkenntnissen über die eigene Motivation, über Muster oder Blockaden in uns. Selbstreflexion, also Selbsterkenntnis, ist ein erster wichtiger Schritt. Wie es einzelnen Menschen dabei ergeht, das schreiben sie in ihren Erfahrungsberichten – den DeSelfies.

Selbstreflexion ist als Lern- und Erfahrungsprozess zu verstehen – die “Sichtweise auf uns selbst” ist im Laufe des Lebens veränderbar, vor allem dann, wenn sich unser Wertesystem im Laufe unseres Lebens verändert.

Selbstreflexion aus psychologischer und wissenschaftlicher Sicht

Wenn wir uns Selbstreflexion aus psychologischer Perspektive ansehen, handelt es sich um ein psychisches Phänomen. Vor allem die psychologischen Komponenten interessieren uns hier auch auf einer wissenschaftlichen Ebene. Vielfach sehen wir bei DeSelfie dann auch über den Tellerrand hinaus und betrachten, wie wir weitere wissenschaftliche Richtungen in unsere Überlegungen interdisziplinär einbinden können.

Aus psychologischer Perspektive bildet Selbstreflexion die Fähigkeit aus, auf einer Ebene der Vorstellungskraft die verschiedensten Aspekte in Bezug auf unser Selbst zu erkennen.

Anders gesagt: Wir bekommen Ahnungen auf Fragen wie: Was denke ich, wenn ich in den Spiegel schaue? Gemeint ist nicht nur das, was wir tatsächlich im Spiegelbild sehen, sondern das, was wir über uns selbst glauben und denken. Über unsere Gefühle, unser Können, unser Wirken und unsere Wirkung. Was sehe ich, wenn ich ein Selfie knipse: Wer blickt mir da entgegen? Wie sieht es eigentlich hinter dem Filter, dem äußeren Erscheinungsbild, aus? Und: Was macht mich als Mensch aus, was kennzeichnet meine Beziehung zu anderen Menschen?

Biologisch betrachtet hingegen ist Selbstreflexion die Fähigkeit des Menschen, verschiedene neuronale Muster im Nervensystem zu entwickeln und diese miteinander abzugleichen. Auf diese Art und Weise entstehen Überlegungen – und in einem weiteren Schritt vielleicht auch neue Wege und Überzeugungen. Ähnlich wie in der Physik richte ich in diesem Prozess das Licht auf mich selbst und erhalte in der Rückspiegelung Informationen über mich.

2. Der Prozess der Selbstreflexion: sich selbst kennenlernen

Wie funktioniert Selbstreflexion?

Selbstreflexion gelingt nicht Tag für Tag und ständig. Gerade im Alltagstrubel fehlen uns häufig Energie, Lust und Zeit, uns mit uns selbst auseinanderzusetzen. Und manchmal ist das auch gut so und hat gute Gründe.

Häufig ist eine bewusste Auszeit dafür hilfreich. Erst der Abstand gibt uns die Gelegenheit, uns auf diesen Prozess einzulassen. Und uns auch weniger angenehmen Fragen zu stellen, erste Ideen für Antworten darauf zu finden oder sogar neue Wege zu gehen.

Wenn ich mich selbst reflektiere, lerne ich mich kennen als Mensch mit unterschiedlichen Seiten und Erfahrungen. Als jemand, der lernt, als jemand, der beobachtet, erinnert, sich seine Wirklichkeit konstruiert und gleichzeitig Körper, Geschlecht, Geist und Geschichte besitzt. Auch wie ich mir selbst meine Vergangenheit erzähle, das gehört mit zum Thema Selbstreflexion.

Wenn wir uns dann näher mit den ersten Fragen beschäfigt haben, kommen wir häufig eine „Ebene“ tiefer. Wir suchen nach Zusammenhängen und ordnen unsere Erfahrungen entsprechend ein, wir können überlegen, inwiefern die Aufträge, denen wir folgen, innere oder äußere Aufträge sind.

Erwachsenwerden und Selbstreflexion

Die Entwicklung der Fähigkeit zur Selbstreflexion ist eine wichtige Voraussetzung für junge Menschen, um innere Unabhängigkeit aufbauen zu können.

Wer sich selbst kennenlernt und seine Stärken, Schwächen, Vorlieben und Eigenarten hinterfragt, ist in der Lage, das eigene Verhalten wahrzunehmen, zu analysieren und Verhaltensänderungen einzuleiten – sofern er diese als notwendig erachtet. Ansonsten bleibt erst einmal alles wie es ist, das ist unser gutes Recht.

Selbstreflektierte Menschen kennen ihre Haltung zum Leben und entwickeln im Laufe ihres Lebens Einstellungen, die ihnen helfen, selbstwirksam zu sein. Dabei können die Ergebnisse im Laufe des Lebens sehr dynamisch sein – Selbstreflexion ist als Prozess und nie als etwas Statisches anzusehen. Wir gehen davon aus, dass mit jeder  Erfahrung ein Stück Weiterentwicklung möglich ist.

Hilfreiche Fragen zur Selbstreflexion

Der brasilianische Dichter Mario de Andrade hat geschrieben „Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt dann, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.“ Ein Satz, der ganz gut beschreibt, wann Selbstreflexion bei uns Menschen einsetzen kann. Die Auslöser sind dabei sehr unterschiedlich. Manchmal ist das einfach nur eine Begegnung, manchmal eine Reise, eine Veränderung, eine Krankheit oder ein Problem.

Selbstreflexion ist in jedem Fall ein Lern- und Erfahrungsprozess. Manchmal dauert eine bewusste Auseinandersetzung nur kurze Zeit, manchmal viele Jahre oder ein Lebenlang.

Mögliche Fragen, die wir uns in diesem Prozess stellen, können sein:

  • Was zeichnet mich aus?
  • Welche Wünsche habe ich für mein Leben und was fehlt mir?
  • Inwiefern trage ich was selbst zum Erfolg/zur Zufriedenheit/zum Gelingen bei?
  • Angenommen, ich würde in zehn Jahren sagen können: Alles richtig gemacht. Woran würde ich das festmachen?
  • Habe ich eine Idee, was mich glücklich und zufrieden macht?
  • Tue ich in meiner Arbeit das, was meinen Stärken entspricht? Oder: Tue ich in meiner Freizeit das, was meinen Neigungen entspricht?

Diese Gedanken dazu kann man sich alleine machen und zum Beispiel auf ein Blatt Papier oder in ein schönes Notizbuch schreiben. Oder aber man sucht sich einen Sparringspartner, der mit einem solche Fragen erarbeitet.

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3. Selbstreflexion Lernen:  So fängt man an

Selbstreflexion kann man lernen, wenn man will. Wir Menschen kommen über ganz unterschiedliche Wege in den Kreislauf der Selbstreflexion. Dafür braucht es erst einmal ein Bewusstsein, dass es ein hilfreicher Prozess sein könnte.

a. Bewusstsein für den Status Quo

Zum Beispiel ein Bewusstsein für ein Problem oder eine neue Situation, in der wir uns befinden. Manchmal hilft uns unser Körper ohnehin ganz unbewusst und zeigt uns, dass irgendetwas nicht stimmt. Oder wir haben eine Krise zu bewältigen. Eine schwierige Situation, ein Neuanfang, ein Abschluss, eine Trennung, den Tod eines lieben Menschen. Hin und wieder aber gibt es gar nichts Konkretes, dann ist es nur so ein diffuses Gefühl in uns, dass etwas nicht in Ordnung ist.

b. Bewusste Wahrnehmung

Die Wahrnehmung darauf zu richten, wie es uns geht, das ist schon mal der erste wichtige Schritt. Dass uns zum Beispiel erst einmal klarer wird, nicht nur die anderen sind schuld daran, wie es mir geht, sondern ich selbst trage auch mit ein Stückchen der Verantwortung. Dafür braucht es manchmal ein bisschen Anregung, wie ich überhaupt dahin komme, klarer zu sehen. Die hat DeSelfie.

c. Ziele setzen

Dann ist es wichtig, sich selbst ein Ziel zu setzen. Wofür soll sich dieser Weg lohnen? Wofür die Anstrengung, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen? Wer würde es als erstes in meinem Umfeld merken? Kein Mensch verändert sich, wenn es sich nicht für irgendetwas lohnen würde. Auch da hilft DeSelfie.

d. Konkrete Maßnahmen prüfen

Und nur, wer sich selbst immer wieder überprüft, wird im Check feststellen, ob er seinem Ziel einen Schritt näher gekommen ist. Dann können wir mit DeSelfie zusammen Erfolge feiern!

Wenn ich dann aber doch merke, das ist mir alles zu anstrengend, kann ich den Kreislauf auch bewusst stoppen und ruhen lassen – um ein andermal noch einmal Anlauf zu nehmen.

Kleine Schritte machen einen Weg und die führen dann auch gestärkt in eine glücklichere Grundhaltung. Das hält auf Dauer psychisch und physisch gesund. Und wer gesund ist, der hat auch genug Elan, den nächsten Herausforderungen zu begegnen.

e. Erfahrung integrieren

Welcome, angekommen im DeSelfie-Kreislauf! So kann die eigene Persönlichkeit wachsen. Alles nicht neu … aber vielleicht noch einmal neu darüber nachgedacht. Nun geht es darum, die gemachten Erfahrungen zu integrieren und noch einmal neu zu justieren: Bin ich jetzt da, wo ich hin wollte? Wie sieht die Perspektive auf mich nun aus? Wie auf das Umfeld? Und: Wie soll es nun weitergehen?

Hilfreiche Informationen: Fragen, Inspirationen, Methoden

Es gibt unterschiedlichste Einstiege, Fragen, Methoden und Techniken, um Selbstreflexion für sich zu entdecken, auszuprobieren oder zu trainieren.

Wir leben in einem stark von Bewertung geprägten System. Das beste Beispiel dafür ist unser Schul- und Notensystem. Häufig ist dieses defizitär orientiert. Das heißt, wir beschäftigen uns überwiegend damit, was wir nicht gut können.

Fragen

An dieser Stelle helfen zunächst einmal Fragen wie zum Beispiel zu den eigenen Stärken, Vorlieben und Neigungen:

  • Was kann ich gut?
  • Welche Charaktereigenschaften machen mich aus?
  • Welche meiner Stärken sollen auch andere wahrnehmen?
  • Wohin will ich mit meinen Stärken kommen? Wohin nicht?

Da wir Menschen sehr unterschiedlich sind und unsere Veranlagung, unsere Erfahrungshintergründe, unsere Erziehung und Sozialisation ebenfalls, hilft es dem einen Menschen zum Beispiel besonders, sich eine bestimmte Frage zu stellen, während der andere auf ganz andere Dinge setzt.

Als Einstieg sind zum Beispiel Fagen hilfreich wie:

  • Was sind meine Werte?
  • Wonach möchte ich streben?
  • Welche Merkmale möchte ich weiter in mir ausbilden?
  • Wovon sollte ich mehr, wovon weniger…um…zu?
Inspirationen

Dann gibt es verschiedenste Möglichkeiten, die uns zum Thema Selbstreflexion das Tor öffnen können, das kann sein:

  • Inspirierende Literatur
  • Inspirierende Ratgeber
  • Inspirierender Journalismus
  • Begegnungen mit bestimmten Menschen
  • Filme und andere audivisuelle Produkte
  • Jugend- und populärkulturelle Entwicklungen
  • Gesamtgesellschaftliche und zeitgeschichtliche Entwicklungen
  • Methoden und Techniken wie die der Positiven Psychologie
  • Yoga
  • Meditiation
  • Workshops mit dem Fokus Persönlichkeitsentwicklung
  • Psychotherapie
  • Coaching
  • Achtsamkeitstraining
  • Gewaltfreie Kommunikation
  • NLP
Methoden

Es gibt neben den oben erwähnten Methoden auch weitere Möglichkeiten wie Coaching oder eine Art „Handbuch der Selbstreflexion“. Viele Elemente der Positiven Psychologie und Interventionen der Systemischen Beratung helfen uns dabei.

Ein sehr beliebtes Beispiel ist „das Ich“, das ich einfach in Körpergestalt auf ein Blatt Papier male. Ich stelle mir vor, wie ich mich selbst als gesamten Menschen in voller Größe ansehe und mir Gedanken mache zu meinen einzelnen Teilen:

  • Kopf: Was geht mir im Moment durch den Kopf?
  • Blick auf den Hals: Sitzt mir etwas im Nacken – und wenn ja, warumZum Bauch: Mein Bauch sagt mir…
  • Zum Herz: Mein Herz schlägt für….
  • Die Hand: Das geht mir leicht von der Hand…
  • Der Fuß: Mein nächster Schritt ist…
  • Über das Gesamtbild: Was trägt mich auch in schwierigen Zeiten?
  • Steht Sie in Zusammenhang mit einem bestimmten Beruf?

4. Ergebnis und Nutzen von Selbstreflexion

Habe ich einmal verstanden, wie es um mich selbst im Miteinander mit anderen Menschen und meinem Umfeld steht, kann ich besser abschätzen, welche Auswirkungen mein Denken, Fühlen und Handeln auch in Zukunft haben könnte. Auf mich selbst und andere.

Selbstreflexion ist als Fähigkeit zu verstehen, mit derer wir vorausahnen können, wie sich eine Handlung auswirken wird. Diese Fähigkeit ist für den zwischenmenschlichen Umgang von besonders großer Bedeutung. So können wir schon im Vorfeld erkennen und abschätzen, welche Auswirkungen etwas haben könnte. Noch bevor dies überhaupt ausgeführt worden ist. Durch Selbstreflexion kann zum Beispiel häufig im Vorfeld ein Konflikt vermieden werden.

Häufig begegnen wir uns selbst, wenn es um wichtige Übergänge in unserem Leben und einschneidende Veränderungen geht: Vom Single zum Partner, vom Schüler zum Studierenden, vom Studierenden zum Arbeitenden, vom Paarsein zur Elternschaft, vom Kindsein zum Erwachsenwerden, vom Arbeitenden zum Rentner, vom Gesunden zum Kranken, vom Paarsein zur Trennung. Abschied von Kindern, Abschied von den eigenen Eltern.

Das Ergebnis ist Sich-selbst-Bewusstsein

Ergebnisse von Selbstreflexion können zum Beispiel Selbsterkenntnis oder ein genaueres “Sich-selbst-Bewusstsein” sein. Daraus speist sich häufig auch unser Selbstbewusstsein. Was wir dann genau mit den Erkenntnissen machen, ist eine weitere Frage, die wir uns in diesem Prozess häufig stellen.

Gefällt mir das, was ich herausgefunden habe? Dann kann ich ja so weitermachen.

Gefällt es mir nicht, kann ich mich fragen, was ich nun mit diesen Gedanken oder Gefühlen anfange.

Was, wenn mich ein Erlebnis aus der Vergangenheit beschäftigt? Dann kann ich zum Beispiel wählen, wie ich heute auf dieses Erlebnis schaue. Bin ich mir selbst böse, den anderen? Kann ich dieses Erlebnis als für mich wertvoll einstufen oder gräme ich mich darüber? Wir gehen davon aus, dass wir Menschen sehr häufig die Wahl haben, für welche Haltung wir uns entscheiden.

Interessant ist, wie wir diese Erkenntnisse in die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen einbetten. Daher beschäftigen wir uns auch mit aktuellen Meldungen, interessanten Personen oder Links, die rund um das Thema Selbstreflexion in der Rubrik “Herausgepickt” erscheinen.

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5. Probleme mit Selbstreflexion: Gibt es Menschen, die Selbstreflexion nicht können?

Gesunden Menschen ist Selbstreflexion generell möglich. Es erfordert den Willen und manchmal auch etwas Anstrengung und Training. Lust, Neugier und Freude an sich selbst – auch an den dunkleren Schattenseiten –  sind in jedem Fall hilfreich.

Eingeschränkt möglich ist die Selbstreflexionsfähigkeit unter Umständen, wenn eine psychische Störung vorliegt. Das kann eine Störung sein, die unsere Gesundheit stört und Einfluss auf unser Denken, Fühlen und Handeln haben kann. Diese manifestieren sich dann häufig durch Auffälligkeiten und die Reaktionen darauf aus dem Umfeld. Manchmal ist es so, dass eine psychische Störung das Denkvermögen eines Menschen nachteilig beeinflusst und das Urteilsvermögen und somit auch die Rückschau auf sich selbst eingeschränkt sein mag.

Psychische Störungen und Erkrankungen im Zusammenhang mit Selbstreflexion: Borderline-Persönlichkeitsstörung oder Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen können möglicherweise in ihrer Selbstrelfexionsfähigkeit eingeschränkt sein. Das sehen wir aber generell sehr differenziert und gehen davon aus, dass sich Kommunikations- und Beziehungsmuster um bestimmte Krankheiten in bestimmten Systemen bilden können und diese “Nicht-Fähigkeit” sogar verstärken. Aufgrund einer meist starken Verzerrung der Wahrnehmung zwischenmenschlicher Interaktionen können zum Beispiel bei einer Borderline-Störung oder einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung Schwierigkeiten mit zwischenmenschlichen Fertigkeiten wie Einfühlungsvermögen oder Selbstreflexion entstehen.

Dabei handelt es sich um schwere Störungen der Persönlichkeit und des Verhaltens der betroffenen Person. Diese sind nicht direkt auf eine Hirnschädigung oder -krankheit oder auf eine andere psychiatrische Störung zurückzuführen. Sie erfassen verschiedene Persönlichkeitsbereiche. Und sie gehen beinahe immer mit persönlichen und sozialen Beeinträchtigungen einher. Persönlichkeitsstörungen treten meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während des Erwachsenenalters weiter.

6. Selbstreflexion im Alltag: Zusammenhänge untersuchen

Was hat Führen in Unternehmen mit Selbstreflexion zu tun?

Gute Führung in Unternehmen und in der Arbeitswelt hat viel mit Selbstreflexion von Seiten der Führungskräfte – und auch der mündigen Mitarbeiter – zu tun. Wer sich und sein Kommunikations- und Beziehungsverhalten gut kennt, der lernt sich als Führungkraft immer besser einzuschätzen. Vor allem, wenn es um die eigene Kommunikation und deren Auswirkungen geht. Gerade in unserer schnellebigen Zeit, in der es wichtig ist, zu fokussieren und zu priorisieren, braucht es Selbstreflexion mehr denn je. Leider trauen sich nicht alle Führungskräfte, sich selbst infrage zu stellen.

Viele junge Menschen sind heute anders als früher erzogen worden und kommunizieren mit ihren Eltern auf Augenhöhe. Sie werden in Entscheidungen miteinbezogen und auch die Pädagogikwelt in Kindertagesstätten, Schulen und Hochschulen hat sich Partizipation auf die Fahnen geschrieben. Damit müssen auch Unternehmen umgehen lernen. In der Tat wird der Begriff der Selbstreflexion häufig in der Pädagogik oder der Sozialen Arbeit verwendet. Das ist ein wunderbarer Erfahrungsschatz, aus dem auch die Arbeits- und Unternehmeswelt profitieren kann.

Pädagogen in der Schule, in der Erziehungswelt oder Berater und Trainer in der beruflichen Erwachsenenbildung werden immer wieder dazu angehalten, über sich selbst und die Gruppen, mit denen sie arbeiten, zu reflektieren. Auch in Sachen Weiterbildung sind wir mittlerweile auf dem Forschungsstand, dass Trainings nach dem Gießkannenprinzip nicht so wirksam sind wie Unterstützung, die auf einer Kombination aus Selbstreflexion und Erfahrungslernen basiert.

In Artikeln und in Interviews sprechen und schreiben Experten über Erfahrungen in der Unternehmenswelt.

DeSelfie-Gründerin Dr. Astrid Dobmeier ist eine beliebte Interviewpartnerin, wenn es um die Themen Unternehmenskultur der Zukunft oder Kernkompetenzen von Führungskräften geht.  Und hier zum Beispiel Artikel in der Berliner Zeitung und in der Frankfurter Rundschau zum Thema Frauen in Führung mit Dr. Astrid Dobmeier als Expertin. 

Selbstreflexion im Zusammenhang mit Krankheit, Trennung oder Tod

Häufig tritt Selbstreflexion dann ein, wenn wir vor einer völlig neuen Situation stehen. Sehr häufig dann, wenn wir uns von Partnern trennen oder Partner sich von uns trennen, oder ein geliebter Mensch krank wird oder stirbt. In der Phase der Krise können wir viel lernen. Haben wir Wut, Enttäuschung oder Trauer erst einmal Raum gegeben, kann ein Selbstreflexionsprozesse angestoßen werden.

Dann können wir einen Entwicklungsschritt weitergehen, wenn wir die gemachten Erfahrungen integrieren und uns Fragen stellen wie:

  • Was lief dennoch gut bisher?
  • Gibt es etwas, das ich nun aktiv verändern möchte?
  • Was lerne ich für mich aus dieser Erfahrung?
  • Welche Auswirkungen wird meine veränderte Haltung auf mein Umfeld haben?

Selbstreflexion im Zusammenhang mit Yoga und Achtsamkeit

Manche Menschen kommen über das Yoga zur Selbstreflexion – oder umgekehrt. Im Yoga wird Selbstreflexion „Svadhyaya“ genannt: „Studium“ (Adhyaya) des „Selbst“ (sva). Svaddhyaya gehört zu einem der acht Glieder des Yoga, die im Yoga Sutra beschrieben werden.

Die Praxis des Selbststudiums bezieht sich einerseits auf das Verständnis für einen Selbst und andereseits der Fähigkeit der Selbstbeobachtung. Denn nur wenn wir uns selbst beobachten, können wir wiederkehrende Handlungen und Reaktionen erkennen und – wenn wir das wollen –  ändern.

Selbstreflexion, auf Sanskrit Atma Vichara genannt, heißt Reflexion darüber, was alles im Leben ist. Im Yoga, im Vedanta hat Selbstreflexion zwei Bedeutungen: Die eine Bedeutung ist, nachdenken über das höhere Selbst. Atma Vichara heißt: “Wer bin ich wirklich? Was ist meine wahre Natur?”

Aktiv. Selbstbestimmt. Verantwortungsbewusst.

DeSelfie steht für: Sich selbst decodieren*, entschlüsseln, hinter die eigenen Fassaden – also hinter sein Selfie – blicken, sich mit sich selbst auseinandersetzen, Antworten auf Fragen finden – und „das Selbst“ neu justieren und codieren. Mithilfe von Reflexion, Inspiration und Impulsen .

*=angelehnt an die Theorie Decoding/Encoding von Stuart Hall

Gründerin und Herausgeberin von DeSelfie

Mein Name ist Dr. Astrid Dobmeier. Ich bin gelernte Redakteurin, studierte Kommunikationswissenschaftlerin, ausgebildete Systemische Beraterin und Therapeutin in eigener Praxis, Lehrbeauftragte sowie Partnerin und Mutter zweier Kinder. Jahrgang 1974. In Coachings und Workshops habe ich seit vielen Jahren mit Menschen und Organisationen zu tun, die sich Gedanken über das Gestern, Heute und das Morgen machen. Die Dinge hinterfragen und verändern wollen. Oder lieber beibehalten.

DeSelfie-Gründerin Dr. Astrid Dobmeier. Foto: Danke an Kathrin Stetter, www.kathrinstetter.de

Wie ich auf DeSelfie kam?

Die kurze Geschichte:

Selfies knipsen, das können wir alle. Hochladen auch. Liken, kommentieren, weiterleiten. Aber was, wenn wir hinter das Selfie schauen wollen, sollen oder müssen? Der wahre Schatz verbirgt sich in Wahrheit dahinter. Um dahin zu kommen, braucht es  Neugier auf Perspektivenwechsel. Den Blick hinter die Kulissen. Anregungen. Und das alles gibt es bei DeSelfie.

Ich bin überzeugt, dass Selbstreflexion eine der Kernkompetenzen unserer Zeit ist. Das haben mich zahlreiche Klienten und Unternehmen gelehrt, mit denen ich zusammenarbeite. Und viele Menschen, denen ich begegne, sind dankbar für Impulse in diese Richtung. Wir schaffen hier ein Netzwerk, das Austausch fördert.
Für alle, die Selbstreflexion scheuen, für die ist vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt. Dann lesen und hören wir uns vielleicht später! 

Die lange Geschichte:

Die Geschichte beginnt im Jahr 2000. Im Büro meiner letzten Redakteursstelle hatte ich eine rote Couch stehen. Bei allen hieß sie schlicht „Die Rote Couch“. Sie stand für Auszeiten. Für Gespräche. Darauf saßen sie alle, manchmal mehrere Stunden, und erzählten aus ihrem Leben – die Chefs, die Kollegen, die Praktikanten. Okay, ich war Betriebsrätin, aber die Themen waren selten ausschließlich geschäftlich. Immer wieder kamen sie zurück auf diese Couch. Zurück zu mir ins Zimmer. Jahrelang.

Irgendwann fragte mich eine Kollegin, warum ich das eigentlich nicht hauptberuflich machen würde  – so als „Frau Therapeutin“. Das wären ja jetzt ganz schön viele Stunden, die ich ihr eigentlich in Rechnung stellen müsste. Nun ja, heute weiß ich, dass man Kollegen nicht therapiert. Freunde und Familie genauso wenig. Bis dahin verstrichen noch ein paar Jahre. Schade, dass ich nie ein Foto von der Couch damals gemacht hatte. 

Was mir in dieser Zeit bewusster wurde, war, dass ich immer gerne kreativ sein und schreiben werde – und meine Berufung eine andere ist. Die Kommunikationspsychologie und die Systemische Theorie steuerten wichtige Entscheidungshilfen zu meiner Neuorientierung bei. Als Kommunikationswissenschaftlerin hatte ich mich mit allen Formen der Kommunikation auseinandergesetzt. Also absolvierte ich eine fundierte Ausbildung in Systemischer Beratung und Therapie. Drei Jahre lang. Zertifiziert. In dieser Zeit reflektierte ich sehr viel. Mir wurde immer klarer, welchen Stellenwert unsere Erfahrungen und unsere Haltung haben, wie sich um ein Problem herum hartnäckige Kommunikationsmuster bei uns festsetzen können und dass es harte Arbeit ist, diese Muster zu durchbrechen. Heute sehe ich das bei meinen Klienten.

2010 verließ ich schließlich wagemutig meinen festen Job und damit meine Komfortzone – ich machte mich selbständig. Meine Kinder waren damals 5 und 3 Jahre alt. Seit damals arbeite ich nun mit großer Begeisterung als Systemische Beraterin und Therapeutin für Menschen und Unternehmen. Mittlerweile habe ich meine eigene Praxis, bin Lehrbeauftragte für Systemisches Coaching und arbeite mit tollen Kooperationspartnern und großen, erfolgreichen Unternehmen zusammen.

Natürlich passierte das alles nicht von heute auf morgen. Ich fing erst einmal mit der Beratung von Einzelklienten an. Unter www.kurumi.de bin ich immer noch als Einzel- Paar- und Familientherapeutin zu finden. Die Menschen kommen gerne in unseren Zinktank bei München, ein verzinktes Stelzenhaus im Waldgarten, das im Buch “Top 50 Umbauten” von Thomas Drexel (DVA) portraitiert wurde.

Mittlerweile habe ich meine Arbeit auf ganze Unternehmen ausgeweitet, www.future-corporate-culture.com ist meine Referenz für Unternehmensentwicklungen.

www.deselfie.de war schließlich die logische Zusammenführung beider Pole: Ein Online-Portal, das sich einerseits mit Selbstreflexion des Einzelnen beschäftigt und Menschen als Individuen und gleichzeitig als Teil eines Systems betrachtet (Mitarbeiter in einer Firma / Mutter in einer Familie / Lehrer in einer Schule) – und sich andererseits das System selbst ansieht (Unternehmen / Familie / Verein / Freundeskreis etc.).

Denn was ich mittlerweile weiß, ist, diese Fähigkeit, sich selbst zu entschlüsseln, daraus Schlüsse zu ziehen und sich bewusst zu entscheiden, Dinge im Leben zu verändern oder zu behalten, brauchen Menschen und Familien genauso wie Unternehmen. Vor allem dann, wenn der Wind der Veränderung wieder einmal stärker weht. Wenn wir uns bedroht fühlen – aber mit der Zeit gehen sollen. Ich habe noch keine Führungskraft kennengelernt, die einen wirklich guten Job macht (=Was sagen die Mitarbeiter, nicht nur die Zahlen?), sich selbst aber nicht hinterfrägt. Ja, vor allem im inneren Stress ist es nicht so leicht, hinter die eigenen Fassaden zu blicken und die eigenen Muster, das komplizierte Ineinanderfließen von Denken, Fühlen und Handeln zu verstehen.

In Coachings und Workshops habe ich heute mit Menschen und Organisationen zu tun, die sich Gedanken über das Gestern, Heute und das Morgen machen. Die sich zum Beispiel verändern wollen, aber nicht können. Die sich für die Zukunft rüsten möchten, aber nicht wissen, wie das geht. Die einen Gang zurückschalten müssen, weil der Tank leer ist. Ich darf daraus selbst lernen. Jeden Tag, immer wieder neu.

Mit DeSelfie schließt sich für mich der Kreis: Während ich früher als Redakteurin durch die Flure verschiedenster großer Medienunternehmen wandelte, manchmal eher kopflos, und sich mein Leben privat wie beruflich ganz schön schnell drehte, helfe ich heute Menschen, denen es ebenso geht, sich zu erden und Schritt zu halten. Oder ich unterstütze sie dabei weiterzukommen, die Leiter hinaufzuklettern. Oder umzusteigen, auszusteigen. Und helfe Teams, wenn es darum geht, Veränderungen wie Umstrukturierung, Prozessoptimierung oder IT-Einführungen zu meistern. Dabei sind die Türen, die ich heute als Coach durchschreite, oft noch dieselben wie vor 25 Jahren – nur, dass ich damals als unerfahrene Redakteurin selbst an meinem Selbstverständnis arbeiten musste. Heute helfe ich anderen dabei – und lerne immer weiter dazu.

DeSelfie gibt mir die Möglichkeit, meine Erfahrungen zu teilen. Und hiermit öffnet sich der Kreis für Neues.

Danke an alle, die ein Teil von DeSelfie sind!