Herausgepickt: Frauenbild in der Werbung
DeSelfie kommentiert und verlinkt interessante Artikel, Projekte und Menschen für Schnell-Leser. Unrealistische Körperdarstellungen in den (sozialen) Medien – ein altbekanntes Thema. Kendrick Lamar äußerte sich beispielsweise dazu, Zitat: “I’m sick and tired of the Photoshop – shop me something natural”. Ein Motto, das sich Getty Images zu Herzen genommen hat. Das Fotoportal setzt sich seit geraumer Zeit für ein realistischeres Abbilden von Frauen(körpern) ein.
Was genau?
Es werden Milliarden von Bildern im Netz zur Verfügung gestellt, um Webseiten oder andere mediale Produkte damit zu bestücken. Sie werden geliked, geteilt, unaufmerksam viral und beliebig verbreitet. Seit Collien Fernandes’ Öffentlichmachung und die Diskussion um digitale Gewalt gegen Frauen umso wichtiger: Sensibilisierung für dieses Thema auf allen Ebenen. Menschlich, strukturell, juristisch, medial.
Die weiblichen Verantwortlichen der Stockfoto-Seite Getty Images waren Ende der 2010er Jahre bereits mit dem bisherigen Angebot nicht mehr d’accord. Rebecca Swift, Director of Creative Insight, bemängelte insbesondere die stereotype Darstellung von Karrierefrauen.
Wer genau hinschaut, der kann heute in vielen Büros sehen, dass Frauen in Führungspositionen nicht nur Röcke, Kostüme und rote Lackschuhe tragen. Auch wenn es diese immer noch gibt und es auch Frauen geben soll, die das gerne tun – unbenommen.
Die Vielfalt von Frauen, die Führungsrollen übernehmen, wollte Swift nur noch “authentischer”, also vielfältiger, wiedergeben. Fern von Stereotypen. Darüber hinaus setzte sie sich auch schon in den vergangenen Jahren dafür ein, dass ab sofort nur noch unbearbeitete Fotos auf Getty Images geteilt werden.
Wenn wir uns im Netz genau umsehen: Der Weg ist ein weiter.
Es hat sich ein bisschen was getan und gleichzeitig so gar nicht. Kommt es nicht auf uns selbst an? Darauf, wie wir uns selbst in den sozialen Medien darstellen? Darstellen lassen?
Auch wenn die strukturelle Verantwortung bei den großen Tech-Konzernen liegt – ein freundlicher Blick auf unser Abbild würde ebenso Hilfreiches zu einer Veränderung beitragen.
Selbstreflexionsfragen:
- Was bedeutet die Umstellung auf realistischere Fotos von Stockseiten für uns?
- Welche Auswirkung hätten weniger bearbeitete Selfies? Denken wir bloß an Dating-Apps: Wer hat sich nicht schon darüber gewundert: Ist diese Person, die mir gegenübersitzt, die gleiche wie auf dem Profilbild?
- Gerade Frauen sind häufig kritischer mit ihrem Selbstbild als Männer. Kann diese Umstellung etwas daran ändern, wie Frauen sich selbst bewerten?
- Ist Authentizität anreizender als schöne und perfekte Bilder?
Das könnte Sie auch interessieren!
Ein Interview mit Rebecca Swift zum Nachlesen gibt es hier.
DeSelfie heißt: Sich selbst auf der Spur sein.