Unsere Autorin Charlotte Friedrich hat sich in ihrer Forschungsarbeit im Bereich der Positiven Psychologie mit der Frage beschäftigt, was hochsensible Menschen tun, um sich im Alltag immer wieder zu stärken. Wir von DeSelfie finden das sehr spannend, denn von den Befragten können wir alle sehr viel lernen! Menschen, die besonders sensible Wahrnehmungskanäle besitzen nehmen noch viel mehr auf als wir, die wir uns vielleicht nicht so sensibel einschätzen. Das ist ein hochaktuelles Thema, denn schließlich sind viele von uns vielfachen, mehrdimensionalen Reizen ausgesetzt. Lesen Sie sieben Tipps, wie wir besonders gut Selbstfürsorge für uns betreiben können.

Wer viel wahrnimmt, sollte hin und wieder gut abschalten. Abtauchen aus Social Media.

Wie betreibe ich Selbstfürsorge?

7 Tipps zur besseren Selbstfürsorge

In Charlotte Friedrichs Forschung kristallisierten sich sieben Methoden als besonders hilfreich heraus:

  1. Zeit alleine und in Stille war die wichtigste Maßnahme für die Befragten, um ihre Energiespeicher wieder aufzufüllen.
  2. Bewusst mit dem Atem arbeiten: Hierzu zählten simple Techniken wie die Bewusstmachung und der Fokus auf den Atem in herausfordernden Situationen – aber auch weniger bekannte Atemtechniken, wie etwa “Holotropes Atmen” nach Stan Grof.
  3. Und ganz wichtig: Bewegung: Ob Spazierengehen oder Yoga, tägliche Bewegung spielte für die Befragten eine Schlüsselrolle als Ausgleich zu mentalen Herausforderungen.
  4. Erden: Eine simple Technik, die inzwischen wissenschaftlich viel Unterstützung findet. Die Füße oder den Körper in direkten Kontakt mit der Erde unter sich zu bringen oder wenn dies nicht möglich ist, diese Verbindung zu visualisieren, erlaubt es einigen Befragten, sich zentrierter und ruhiger zu fühlen – und Gefühle von Reizüberflutung zu reduzieren.
  5. Zeit in der Natur: Ein essentieller Energiegeber für viele der Hochsensiblen. Während manche besonders gerne im oder am Wasser waren, fanden andere bei einem kurzen Spaziergang im Wald wieder zu sich selbst. 
  6. Transzendentale Erfahrungen: Die Verbindung zu etwas Größerem als dem Selbst – wie zum Beispiel durch Meditation oder Flow- Erlebnisse – wurde von den Befragten als wichtig und hilfreich erlebt.
  7. Grenzen setzen: Öfter mal „Nein“ zu sagen oder soziale Aktivitäten zu reduzieren, wurde von den Befragten als wesentlich eingestuft, um das eigene Energielevel nicht zu erschöpfen.
Die Seele und die Füße öfter baumeln lassen. Für manche unter uns ein hartes Training…

Allerdings: Ohne Disziplin geht nichts

In der wissenschaftlichen Befragung wurde mehrfach von den Probanden betont, wie wesentlich eine disziplinierte Selbstfürsorge sei, um negativen Auswirkungen der Hochsensibilität vorzubeugen (wie Gefühle von Erschöpfung und Überforderung). Das bedeutet vor allem Regelmäßigkeit, wie etwa tägliche Bewegung, selbst wenn sich die Befragten nicht danach fühlten.

Selbstreflexionsfragen

  • Wie steht es um Ihre Selbstfürsorge?
  • Was füllt Ihre Energiespeicher auf, was leert sie?
  • Welche Methode könnte Ihr persönliches Selbstfürsorge-Repertoire erweitern? 

Weiterführende Literatur

Aron, E. (1996). The highly sensitive person: How to thrive when the world overwhelms you. New York: Broadway Books.

Barnett, J., Baker, E., Elman, N., & Schoener, G. (2007). In pursuit of wellness: The self-care imperative. Professional Psychology: Research and Practice, 38(6), 603–612. https://doi.org/10.1037/0735-7028.38.6.603

Brulé, D. (2017). Just breathe: mastering breathwork. New York: Enliven Books.

Cooper, T. M. (2014). The integral being: A qualitative investigation of highly sensitive persons and temperament-appropriate careers. California Institute of Integral Studies, California, San Francisco.

Franco, L., Shanahan, D., & Fuller, R. (2017). A review of the benefits of nature experiences: More than meets the eye. International Journal of Environmental Research and Public Health, 14(8), 864. https://doi.org/10.3390/ijerph14080864

Grof, C., & Grof, S. (2010). Holotropic breathwork: A new approach to self-exploration and therapy. State University of New York Press.

Oschman, J., Chevalier, G., & Brown, R. (2015). The effects of grounding (earthing) on inflammation, the immune response, wound healing, and prevention and treatment of chronic inflammatory and autoimmune diseases. Journal of Inflammation Research, 8, 83. https://doi.org/10.2147/JIR.S69656