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Selbstreflexion: Mein Gegenüber ist Experte seiner selbst

Neben den vielen Interessierten, die sich bei DeSelfie zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung inspirieren lassen, lesen unsere Fachartikel gerne auch Profis aus der Beratungsbranche. Entsprechend möchten wir an der Stelle gerne ein zehnteiliges, schnell zu lesendes #HowTo Selbstreflexion für Berater teilen.

Und alle, die keine Profis sind, können anhand der #HowTos prüfen: Wenn Berater “sowas” machen, inwiefern spricht mich das an? Kann ich mir selbst vorstellen, das Thema Selbstreflexion in mein Leben zu integrieren? Zum Beispiel in meiner Rolle als Führungskraft – oder einfach “nur” als Frau oder Mann in einer Partnerschaft?

Und, spannend zu beobachten: Wie verhalten sich eigentlich Berater in meinem Umfeld, falls ich welche kenne? Was ist mein Bild von einem “typischen Berater”? Inwiefern hat das hier etwas mit dem Bild zu tun, inwiefern nicht? Kenne ich selbst gute Vorbilder – oder “Anti-Helden” in Sachen Selbstreflexion? Auch eine spannende Frage: Was hat Selbstreflexion mit den Themen Agilität in Unternehmen zu tun? Was mit dem Thema Partizipation in Familie und Gesellschaft? DeSelfie meint: sehr viel!

Wer sich seiner Haltung zu „eigenen Themen“, Dauerbrennern, Glaubenssätzen und Erfahrungen bewusster ist und diese einordnen kann, der geht oft flexibler und für den Prozess zielführender mit Fragestellungen und Problemen um. Here we go, Impuls Nummer 1:

#HowTo Selbstreflexion als Berater, Nummer 1. Danke an Pexels

Hier starten wir mit unserer Serie für Experten: Zehn Impulse zur Selbstreflexion für Berater

1. Mein Gegenüber ist Experte seiner selbst

Für systemisch vorgebildete Profis nichts Neues – und immer wieder gut, sich zu erinnern:  Nicht ich stelle mich als Experte ins Zentrum des Gesprächs, sondern der Klient ist Experte seiner selbst und erfährt durch meine Begleitung die Erweiterung seiner Handlungsoptionen. Insofern lerne ich als Berater mit jedem Auftrag und mit jedem Klientenkontakt dazu. Ich als Berater muss dafür nicht Experte in der Lebenswelt des Klienten sein. Für die eigene Haltung kann es sogar hilfreich sein, fachfremd in ein System zu kommen. Für den guten Kontaktaufbau mit meinem Gegenüber kann es allerdings nicht schaden, kurz einmal in einen Ausschnitt der Lebensrealitäten eingetaucht zu sein.

Ein Beispiel: Wenn mein Gegenüber beispielsweise etwas zum Thema “Fortnite” erzählt und das indirekt Teil der Beratung ist, ich aber nicht einmal das Wort vorher gehört habe, kann ich durch ein zweiminütiges Googeln zumindest „gefährliches Halbwissen“ ansammeln.

Das ist gut für den Kontakt mit den Klienten, für eine konkrete Lösungsfindung jedoch eher weniger.

Und hier Ihre Selbstreflexions-Übung. Sie brauchen: einen ruhigen Platz zum Sitzen, etwas zum Notizenmachen

Schritt 1

Setzen Sie sich hin, suchen Sie sich einen bequemen, ruhigen Platz und denken Sie fünf Minuten über diese zwei Fragen nach. Am besten die Handy-Uhr stellen.

Selbstreflexion:

>> Und? Wie ist das bei mir: Wie gut schaffe ich es, keine Ratschläge zu geben, wenn ein Klient Rat sucht? In welchen Situationen ist mir das zuletzt oder schon vor längerer Zeit gut gelungen?

>> Wie gut schaffe ich es generell, meine Erlebenswelt von der meiner Klienten zu trennen? Wann habe ich es einmal besonders gut geschafft?

Schritt 2

Nach diesen fünf Minuten des Nachdenkens notieren Sie sich bitte Ihre Gedanken in einem Lerntagebuch. Das kann ein Notizbuch sein oder das Smartphone oder eines Ihrer anderen Lieblingspapiere oder -devices.

Schritt 3

Wenn Ihnen im Laufe der nächsten Tage und Wochen weitere Szenen und Bilder dazu einfallen – oder Sätze, die Sie einmal gesagt haben – dann notieren Sie diese gerne ebenfalls. Natürlich können Sie auch etwas malen oder zeichnen. Oder eine WhatsApp oder eine Mail von jemand anderen, die Sie zum Thema bekommen haben, passt gut. Dann Bildschirmfoto machen – und einbauen!

Viel Freude beim Entdecken und Sich-selbst-Beobachten. Schauen Sie hin und wieder auf Ihre Notizen, besinnen Sie sich auf Ihre Stärken und das, was Sie sich für die Zukunft vorgenommen haben.

Interessant?

Die #HowTos sind angelehnt an einen Fachartikel von  Dr. Astrid Dobmeier zum 12. Fachforum für Onlineberatung. Dort hatte sie die #HowTos bereits mit der Community geteilt. Hier teilt sie nun das Wissen mit allen Interessierten, die im weitesten Sinne mit Beratung zu tun haben. Viel Spaß beim Lesen des Leitfadens “Wie ich mich als Online-Berater selbst reflektieren kann“…

Und hier geht es zu unserem Artikel rund um das Thema Selbstreflexion, nicht nur für Berater…