Eine Unternehmenskultur, die in Zukunft Sinn macht

In und nach Corona: Eine offene Lernhaltung ist notwendig

Dieses Interview hat DeSelfie-Gründerin Dr. Astrid Dobmeier mit zwei Masteranden der Organisationspsychologie geführt, die zum Thema Unternehmenskultur der Zukunft forschen. Und das noch vor der Corona-Ära. Also noch weit vor der Zeit, als Home Office für viele unter uns plötzlich daily business wurde. Als Teams von heute auf morgen remote geführt werden mussten. Unglaublich, wie schnell die Realität Szenarien der Zukunft einholen kann… – und was dann daraus entstehen kann. Der Artikel erschien zum ersten Mal Ende 2018. Nun veröffentlicht ihn DeSelfie aus aktuellem Anlass noch einmal neu.

In ihrer Recherche befassen sich die beiden Forscher mit den Themen Unternehmenskultur, Frauen in Führung, Motivation und Verdienst. Vielen Dank, dass DeSelfie das Interview in voller Länge veröffentlichen kann!

Warum Arbeit nach Corona attraktiver werden muss

Zehn Thesen zur Arbeit der Zukunft

Alle redeten vor Corona über neue Arbeitsformen, über Wettbewerbsfähigkeit, Digitalisierung und agiles Miteinander. So richtig ins Tun sind nur wenig gekommen. Deutsche Konzerne waren bemüht darin, die richtigen Leute für die Zukunft zu rekrutieren. Es wurde geschult, geforscht, gestritten. Dabei hätte auch damals alles so einfach sein können.

Wenn jeder bei sich anfangen würde, an seinem Verhalten, seinem Denken und Handeln – und darüber reflektieren könnte, dann wäre die Zukunft vieler großer Unternehmen gesichert. Nichts ist so beständig wie der Wandel. Warum Arbeit in Konzernen nach Corona attraktiver werden muss?

Zehn Thesen zur Arbeit der Zukunft von Dr. Astrid Dobmeier, Gründerin von DeSelfie, dem Online-Portal rund um das Thema Selbstreflexion.

Arbeit der Zukunft. Respekt vor Alter und Jugend. Danke an Markus Spiske und pexels

Selbstreflexion und Gehirn

Nichts denken? Unwahrscheinlich.

Was passiert eigentlich im Gehirn, wenn wir vor uns hinträumen, Luftlöcher starren, abschalten? Jedenfalls: nicht nichts. Verantwortlich dafür: das neuronale Netzwerk Default Mode Network (DMN) – auf Deutsch: Ruhezustandsnetzwerk. DeSelfie auf der Spurensuche nach dem Areal im Gehirn, das jede nach innen gerichtete Aufmerksamkeit unterstützt und immer dann aktiv ist, wenn es um Selbstreflexion geht.

Aus dem Fenster schauen – und … denken

Jeder kennt das. Wir sitzen in der Bahn am Fenster. Die Gedanken schweifen. Hin und wieder kommt ein Blitzlicht aus der Vergangenheit, wir sortieren es ein, bewerten oder verwerfen es wieder. Meist keine große, bewusste Sache – in unserem Hirn scheint etwas ganz natürlich und unbewusst zu fließen. Das kann beim Autofahren genauso passieren wie beim Singen, beim Musizieren, Lesen oder Tanzen. Dann, wenn wir eine Tätigkeit ohne große Anstrengung ausüben, tauchen Erinnerungssplitter auf, wir denken über Erlebnisse nach, bewerten sie, ordnen sie ein.

Das Gehirn ist bei Tagträumereien aktiv

Auch wenn wir also an scheinbar nichts denken oder einfach vor uns hinträumen, ist unser Gehirn aktiv. Es sortiert, kodiert, dekodiert, speichert – und verbindet neu, um sich für neue Aufgaben zu rüsten. Die Neurowissenschaft vermutet, dass dieses “Tagträumen” wichtig für die Identitätsbildung ist und Antworten auf Fragen wie “Wer bin ich?” oder “Was will ich?” findet. Aufgrund der Beschäftigung mit sich selbst gelingt es dem Gehirn, ein “Ich” aufrecht zu erhalten – selbst wenn es sich ständig verändert bzw. Veränderungen ausgesetzt ist.

Das Ruhezustandsnetzwerk hilft uns

Das Ruhezustandsnetzwerk wird in der Gehirnforschung mit Gedanken über die Vergangenheit, Zukunftsplanung und Kreativität in Verbindung gebracht. Im Alltag, vor allem wenn wir auf “Autopilot” schalten – morgens beim Aufstehen, Zähneputzen, Zusammenpacken, außer Haus gehen –  hilft es uns.

Es entstehen innere Bilder im Gehirn

Die Aktivität im Default Mode Network ist auch an der Produktion innerer Bilder beteiligt. Dabei kann man zwischen gewollten und ungewollten spontanen Gedanken unterscheiden. Wenn man bewusst Tagträumen will, springt beispielsweise ein Netzwerk an, dessen Aktivität zielgerichtetes Denken kennzeichnet. 

Vor allem kreative Ergebnisse lassen sich in “Gehirn-Ruhephasen” erzeugen. Kinder können das meist sehr gut: Es sind sehr kurze Momente, in denen unser Bewusstsein eine kleine Pause macht. Wir driften kurz weg und schauen irgendwohin, ohne konkret oder bewusst etwas wahrzunehmen.

Ästhetisches Empfinden könnte hier sitzen

Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Default Mode Network auch eine wichtige Rolle bei der Art und Weise spielt, wie Menschen auf Schönheit reagieren, die sie emotional bewegt.

Spannende Untersuchung: 1000 Gehirne

In der “1000-Gehirne-Studie” werden seit 2011 die Gehirne von rund 1300 Probanden im Alter zwischen 55 und 85 Jahren gescannt, 500 von ihnen sogar zweimal, um herauszufinden, wie und warum das menschliche Gehirn altert. Nervenzellen und ihre Verbindungen sterben beim Altern, auch die Hirnmasse verringert sich im Alter. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprachfähigkeiten und Orientierung bauen im Alter eher ab.

Starke Vernetzungen im Alter

Insgesamt ist das Gehirn alter Menschen stärker vernetzt als bei jüngeren Menschen  – das Gehirn organisiert seine Arbeitsweise um. Gehirne können unterschiedlich schnell altern, wofür eine Kombination aus genetischer Basis, Lebensstil und Umwelteinflüssen verantwortlich sein dürfte.

Interessant?

Wir von DeSelfie finden die Zusammenhänge von Neurowissenschaften und Selbstreflexion sehr spannend. Hier ein Artikel über Veränderungen und Gehirnforschung.

Und hier ein Artikel zum Thema Gehirn-Neustart:

Weiterführende Literatur

Vessel, Edward A., u.a. (2019): The default-mode network represents aesthetic appeal that generalizes across visual domains.


Stangl, W. (2020). Stichwort: ‘Default Mode Network – DMN’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

Weniger Konsum heißt: mehr Zufriedenheit

Selbstreflexion über Konsum
bringt persönliche Vorteile

Endlich konnten wir wieder einmal die Zeit nutzen, um eine wissenschaftliche Studie genauer unter die Lupe zu nehmen. Dieses Mal fiel unser Augenmerk auf die Untersuchung eines US-amerikanischen Forscherteams rund um die deutsche Forscherin Dr. Sabrina Helm. Thema: Konsum. Sie lehrt an der University of Arizona im Bereich Einzelhandel- und Konsumwissenschaften. Für die Studie hat sie sich mit Kollegen der Familien- und Sozialwissenschaften zusammengetan: Joyce Serido, Sun Young Ahn, Victoria Ligon und Soyeon Shim. Die Forscher wollten wissen: Macht mehr Konsum zufriedener – oder unzufriedener? Wir fragen zurück: Und wenn so oder so – wie können wir Selbstreflexion sinnvoll und zukunftsorientiert nutzen, um unser Verhalten zu überdenken?

Wissenschaftlich erwiesen: Mehr “grüne Produkte” zu shoppen macht nicht unbedingt gefühlt zufriedener – ein bewusster Konsumverzicht hingegen schon. Danke an Pexels.

Im größeren Kontext der Studie geht es um das Konsumverhalten von 18- bis 26-jährigen College-Studierenden in den USA. Es haben 968 Probanden an der Studie teilgenommen. Ein Ziel war es, Zusammenhänge von Konsum bzw. Verzicht und Wohlbefinden herzustellen. Die Forscher wollten also herausfinden: Fühlt man sich wohler (= ist glücklicher, zufriedener, irgendeine Auswirkung, die zu spüren ist), wenn man von herkömmlichen Produkten auf “grüne” Produkte umsteigt – und somit ökologisch bewusster konsumiert bzw. handelt? Nein. Wer auf nachhaltigere Produkte umsteigt, fühlt sich nicht unbedingt besser (weil er oder sie zum Beispiel etwas für den kollektiven Klimaschutz beigetragen hat). Interessant.

Konsum: weniger Eigentum = mehr Freiheit

Was stattdessen herausgefunden wurde, bestätigt eine alte Weisheit, die da heißt „Eigentum verpflichtet“. Wer Eigentum anhäuft, ist nicht unbedingt gelassener. Und die Wissenschaftler begründen das damit, dass die Verpflichtungen rund um Eigentum einfach aufwändig und stressig für Menschen sein können. Weniger Eigentum zu haben befreit eher. Und das wirkt sich wiederum positiv auf das Wohlbefinden aus. Das Wohlbefinden erhöht sich also, wenn wir auf materielle Dinge verzichten.

Der Schlüssel: Motivationen verstehen

Die Forscher testeten unterschiedliche Hypothesen, die materiellen Besitz mit persönlichem Wohlbefinden, finanzieller Zufriedenheit, und psychologischem Stressempfinden korrelierten. Wenn man junge Menschen also wirklich dazu bringen möchte, weniger materialistisch zu handeln (um zum Beispiel klimafreundlicher zu leben), dann kann das nicht gelingen, indem man noch mehr alternative Produktstrategien entwirft. Die Forscher sehen den Schlüssel eher darin, junge Leute dafür zu begeistern, dass das Reduzieren von Konsum nicht eine Abnahme der Lebensqualität bedeutet, sondern, wie durch diese Studie unterstützt, das Wohlbefinden eher erhöht.

Dieses Verständnis der Motivationsstruktur junger Verbraucher ist von wesentlicher Bedeutung.

Shareconomy heißt: Wir sollten alle lernen, wie “gutes Teilen” gehen kann. Dank an Pexels.

Selbstreflexion zum Thema Konsum

Das führt uns auf individueller Ebene zu Fragen wie:

  • Wie gehe ich mit Eigentum um?
  • Wie wichtig sind mir materielle Dinge, wie wichtig immaterielle?
  • Inwiefern beeinflussen mich materielle Käufe positiv oder negativ?
  • Welchen Beitrag leiste ich selbst für oder gegen die Umwelt?
  • Wie würden mich meine engsten Freunde und meine Familie einschätzen?

Auf kollektiver Ebene sind Fragen zum Thema Konsum und Selbstreflexion relevant wie:

  • Wenn junge Menschen Dinge nicht mehr unbedingt besitzen wollen, was wollen sie stattdessen?
  • Welche Auswirkungen hat das auf die älteren Generationen?
  • Wofür wollen oder müssen junge Menschen Geld verdienen?
  • Wenn ihr Hauptaugenmerk nicht das Geldverdienen und die Anhäufung von Geld per se ist – was dann?
  • Wie können Unternehmen mit der Anspruchshaltung dieser Generationsvertreter gut umgehen?

Shareconomy bedeutet: teilen von Autos, Büros, Wohnungen, kleineren Konsumgütern oder größeren Dienstleistungen. Wir von DeSelfie nehmen wahr: Ja, es gibt junge Menschen, die das so sehen und auch verfolgen – und das sind sicherlich nicht alle. Immer noch streben auch junge Menschen den Erwerb von Immobilien oder den Kauf von teuren Autos an. Es kommt darauf an, wie sie sozialisiert sind. Und was Eltern und Großeltern vorgelebt haben – welche Werte sie sich im Erwachsenenalter dazu erwerben oder welche sie ablegen oder ausbauen möchten.

Lassen Sie uns miteinander in Kontakt treten, so dass Dialogräume über Fragen wie diese entstehen können.

Die Studie im Originaltext zum Nachlesen

Hier lesen Sie die Studie im englischen Original-Text gerne nach.

DeSelfie heißt, sich selbst auf der Spur sein.

Serienstart für Berater: #How To Selbstreflexion

Selbstreflexion: Mein Gegenüber ist Experte seiner selbst

Neben den vielen Interessierten, die sich bei DeSelfie zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung inspirieren lassen, lesen unsere Fachartikel gerne auch Profis aus der Beratungsbranche. Entsprechend möchten wir an der Stelle gerne ein zehnteiliges, schnell zu lesendes #How To Selbstreflexion für Berater teilen.

Und alle, die keine Profis sind, können anhand der #HowTos prüfen: Wenn Berater “sowas” machen, inwiefern spricht mich das an? Kann ich mir selbst vorstellen, das Thema Selbstreflexion in mein Leben zu integrieren? Zum Beispiel in meiner Rolle als Führungskraft – oder einfach “nur” als Frau oder Mann in einer Partnerschaft?

Und, spannend zu beobachten: Wie verhalten sich eigentlich Berater in meinem Umfeld, falls ich welche kenne? Was ist mein Bild von einem “typischen Berater”? Inwiefern hat das hier etwas mit dem Bild zu tun, inwiefern nicht? Kenne ich selbst gute Vorbilder – oder “Anti-Helden” in Sachen Selbstreflexion? Auch eine spannende Frage: Was hat Selbstreflexion mit den Themen Agilität in Unternehmen zu tun? Was mit dem Thema Partizipation in Familie und Gesellschaft? DeSelfie meint: sehr viel!

Wer sich seiner Haltung zu „eigenen Themen“, Dauerbrennern, Glaubenssätzen und Erfahrungen bewusster ist und diese einordnen kann, der geht oft flexibler und für den Prozess zielführender mit Fragestellungen und Problemen um. Here we go, Impuls Nummer 1:

Transformer Coaching

Reflektieren in der Gruppe

Machen Sie das auch so? Wenn Sie ein bestimmtes Thema interessiert und Sie sich Wissen darüber aneignen wollen, dann googeln Sie erst einmal. Lassen sich Treffer anzeigen. Lesen Artikel dazu oder sehen sich YouTube-Videos an, recherchieren in Wissensportalen, hören Podcasts, absolvieren kostenlose Online-Checks oder tragen sich für wöchentliche Newsletter-Challenges ein.

DeSelfie: Googeln heißt Kennen, nicht Können. Transformer Coaching. Danke an Christian Wiediger by Unsplash

DeSelfie Erfahrungsbericht: Selbstfürsorge als Frau

Das natürliche Selbst entdecken 

Ein sehr persönliches DeSelfie von unserer Autorin Charlotte Friedrich: Gemeinsam mit 40 Frauen, die jüngste gerade mal 20, die älteste über 70 Jahre alt, war sie einen Monat lang mit sich selbst beschäftigt – und auf den Spuren des Frauseins. Auf eindrückliche Weise schildert sie ihre Erfahrungen, wie es sich anfühlt, im Kreise anderer Frauen sich selbst auf der Spur zu sein. Der eigenen Weiblichkeit, dem zyklischen Denken und dem eigenen Wollen und Können.

Viel Freude bei diesem berührenden, sinnlichen und tiefsinnigen Longread. Nehmen Sie sich bitte ausreichend Zeit dafür. Selbstreflexion passiert nicht von der einen Minute auf die andere…

DeSelfie: Unsere Autorin Charlotte Friedrich – mit Dank an Noemie Bourdin-Habert

Methode zur Selbstreflexion: Systemische Filmanalyse

Bewusst einen Film sehen – und sich im Anschluss Fragen stellen

Es gibt viele Momente im Leben, die uns zur Reflexion inspirieren können. Oder anders herum gedacht: Wir können die Momente der Reflexion auch aktiv ins Leben holen, wenn wir das wollen. Einen oft sehr lohnenswerten Reflexionsraum bietet das Medium Film. Das heißt nicht, dass wir ab sofort und immer jeden Kino- oder Fernsehfilm, jede Netflix- oder Amazon-Prime-Serie analysieren, hinterfragen und mit uns selbst in Kontext betrachten und reflektieren müssen. Das wäre auf Dauer ganz schön anstrengend! Und verkopft!

Film als Raum für Selbstreflexion, Danke an Pixabay

Das Medium Film kann und darf natürlich auch einfach nur Spaß machen – dem Abschalten, Loslassen, Träumen, Abschotten von der Realität dienen. Keine Frage. Nicht umsonst beschäftigen sich ganze Forschungssstränge in der Medienpsychologie mit sogenannten „Uses-and-Gratification-Ansätzen“. Die befassen sich mit Eskapismus und Medienkonsum als Alltagsflucht. Wir alle wissen: Film kann zum Spannungsabbau extrem hilfreich sein.

Film einmal bewusst anschauen

Wenn wir Energie und Lust haben, Filme einmal anders anzuschauen, dann bietet sich die Systemische Filmanalyse an. Auf diese Art können wir uns ganz spezielle Filme bewusst heraussuchen – und diese einmal unter anderen Aspekten betrachtet anschauen. Also danach: erst einmal wirken lassen. Nicht sofort umschalten, twittern, weiterschalten, einen weiteren Film ansehen oder durch You-Tube-Kanäle skippen. Nein. Nach dem Schauen das Gesehene bewusst wirken lassen. Entschleunigen.

Programmfilm statt Blockbuster

In der Regel eignen sich dafür weniger typische Blockbuster. Was nicht heißt, das wir auch in bombastischen Hollywood-Filmen einen guten Resonanzboden für eigene Überlegungen und Haltungen finden könnten – sondern eher Programmfilme, die eine tiefere Reflexionebene zulassen. Filme, die Bezug zum eigenen Kulturkreis haben, die alltagsrelevante Themen zeigen, die eher wenig Hauptdarsteller und Nebendarsteller haben, die realitätsnahe Geschichten zeigen.

DeSelfie Systemische Filmanalyse – Danke an Freestocks.org

Film ist das Leben in 100 Minuten

Es gibt genügend Filme, die uns jene Grundthemen liefern, die uns auch im wirklichen Leben beschäftigen. Filmexperte Bernhard Moritz sagt: “Wirkungsvolle Filme versetzen uns in eine Art ,Übergang zwischen Sehnsucht und Erfüllung’. Sie arbeiten mit dem Erhalt dieses Zwischenzustands. Ein Film ist das Leben in 100 Minuten. Ein Film ist das Leben, aus denen man die langweiligen Stellen herausgeschnitten hat.“

Wirkungsvolle Filme liefern uns Grundthemen und Gegensätzlichkeiten aus dem klassischen Drama und der Idee der Heldenreise wie Erhaltung vs. Zerstörung, Triumph vs. Erniedrigung, Wahrheit vs. Täuschung, Erfolg vs. Misserfolg, Angriff vs. Flucht, gewohnte Welt vs. neue Welt, Sinn des Lebens, Karriere, Liebe, Altwerden.

Im Zentrum ist das Wie

Im Vergleich zur klassischen psychoanalytischen Filmanalyse können wir nach dem Schauen des Films die Chance nutzen, und nicht das Warum der Handlungen erforschen, sondern das Wie.

  • Wie geht die Heldin / der Held mit der Situation um?
  • Was zeichnet ihr / sein Verhalten  in bestimmten Situationen aus?
  • Wie kommt die Heldin / der Held zu seinen Entscheidungsfindungen?

Am Anfang steht die Filmauswahl

Wir können den Film alleine oder mit mehreren Personen anschauen. Zunächst gilt es die Auswahl zu überlegen. Welchen Film wähle ich aus? Ist er auf Netflix oder Amazon vorhanden, muss ich ihn als DVD besorgen?

Folgende Fragen können bei der Auswahl helfen:

  • Inwiefern fand der Film Anklang bei nationalen oder internationalen Film-Festivals und Filmkritik?
  • Inwiefern stimmen mich die Kritiken über den Film zuversichtlich, dass er bei mir Resonanz findet?
  • Was reizt mich generell an der Handlung?
  • Bietet der Film ein Grundthema, das mir wichtig ist und mit dem ich mich auseinandersetzen will?
  • Und die wichtigste Frage: Bin ich neugierig auf die Handlung – und bin ich neugierig, was die Handlung und das Gesehene, Gehörte, Erlebte bei mir (und anderen) auslöst?

Generell sind es eher die „leisen“ und scheinbar unspektakulären Filme, die das scheinbar Gewöhnliche zeigen, die am meisten in uns auslösen. Es geht häufig um Konfrontationen mit der Wirklichkeit, um Muster und Glaubenssätze, um das Scheitern als filmisches Element, um Paradoxien und Spannungen, um Übergangsphasen von dem einen zum anderen.

Reflexionsraum Film DeSelfie – Danke an Pexels

Zehn mögliche Fragen

Nachdem Sie den Film angesehen haben, bieten sich folgende zehn Fragen an. Sie sollten sich ausführlich Zeit dafür nehmen. Notieren Sie sich Ihre Gedanken auf ein Blatt Papier – oder bitten Sie einen in der Runde, wenn Sie mehrere Personen sind, die interessantesten Punkte mitzunotieren.

  1. Was hat der Film mit mir selbst zu tun?
  2. Was hat mich beeindruckt am Verhalten der Protagonisten?
  3. Bei welchen konkreten Szenen, die mir in Erinnerung sind, habe ich etwas gespürt?
  4. Bei welchen Personen im Film hatte ich das Gefühl, dass mir die Person bekannt vorkommt?
  5. Welche Filmperson berührt mich am meisten?
  6. Welche Filmperson löst andere Gefühle bei mir aus?
  7. In welchen Flmpersonen finde ich Anteile von mir selbst wieder?
  8. Welche Lösungsansätze im Film sprechen mich an, welche nicht?
  9. Was würden bestimmte Freunde / der Partner / die Eltern wohl sagen, was sie am Film berührt hätte?
  10. Welche Erkenntnisse aus dem Film möchte  ich für mich weiter verfolgen?

Viel Freude beim Schauen, Reflektieren, sich Finden und Analysieren!

Sie finden die Methode spannend?

In unserem Artikel über Selbstreflexion schreiben wir über weitere Resonanzräume, die wir als Anstoß für Selbstreflexion nutzen können.

Hier gibt es weitere Methoden zur Selbstreflexion.

Interessante Links

Wir von DeSelfie bedanken uns ganz herzlich bei den vielen guten Inspirationen von Bernhard Moritz, www.paarberatung-tirol.at – der Cineast unter den Systemischen Therapeuten. Vielen herzlichen Dank für die wunderbaren Inhalte und Impulse aus dem Seminar „Systemische Filmanalyse“.

Im angloamerikanischen Bereich hat Filmanalyse für Therapie und Coaching einen festen Platz. Wer sich für Cinema Therapy interessiert, findet hier eine wunderbare Schatzkiste an Filmen.

Methode: Selbstreflexion anhand bewältigter Krisen

Krisenprophylaxe? Dann am besten an “das Geschafft” denken!

Wenn wir von Selbstreflexion sprechen, dann geht es oft auch darum, wie wir mit vergangenen Krisen bisher umgegangen sind. Wie wir daraus gelernt haben – und welche Themen wir als unsere weiteren Entwicklungsaufgaben sehen. Sagen wir mal so: Die nächste Krise kommt bestimmt. Und dann fragen wir uns zurecht: Wie komme ich da bloß wieder raus? Wir von DeSelfie sagen: Kommt darauf an, in welcher Phase der Krise wir uns befinden!

Die folgende Methode bringt mehr Licht ins Dunkel: eine aktive Reflexionsarbeit in Phasen, orientiert an der “Veränderungskurve” von Richard K. Streich. Jeder kann sie still für sich machen – oder mit einem lieben Menschen zusammen und die Erkenntnisse teilen.

Selbstreflexion DeSelfie: eine Methode, um für Krisen gewappnet zu sein. Danke pexels.com

DeSelfie Workshop

Workshop mit DeSelfie-Gründerin

Wir freuen uns sehr, dass wir zum 12. Fachforum für Online-Beratung 2019 für zwei Workshops als Workshopleiterinnen nach Nürnberg eingeladen wurden!
Wir, das sind Dr. Astrid Dobmeier, Gründerin und Herausgeberin von DeSelfie, sowie Carina Rothenbücher, Entrepreneur in Residence und Redakteurin bei DeSelfie. Vielen Dank für die Aufgeschlossenheit und Neugier aller Teilnehmer, es hat uns sehr viel Freude gemacht! Die Idee, dass DeSelfie live auf Workshop-Roadshow gehen könnte, haben wir auf alle Fälle dankend und inspiriert mitgenommen!



Was haben wir mit den Workshop-Teilnehmern gemacht?