Wie wir uns für die Zukunft wappnen können

DeSelfie kommentiert und verlinkt in der Rubrik “Herausgepickt” interessante Artikel, Projekte und Menschen für Schnell-Leser, heute ein Rückblick: Bettina Weiguny schrieb bereits 2018 in ihrem Artikel in der Printausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 10. Juni 2018  (S. 29/Wirtschaftsteil) über die sieben Thesen von Jack Ma, wie wir uns für die Zukunft wappnen können. In Pandemiezeiten nun eine gute Gelegenheit zu checken, inwiefern Mas Thesen heute Relevanz haben. Ma ist einer der erfolgreichsten chinesischen Unternehmer und Vordenker – und wurde mit dem Internetunternehmen Alibaba schwer reich: Der Aktienverkauf brachte ihm rund 8 Milliarden US-Dollar ein. Darüber kann man denken, was man will – seine Thesen verdienen einen Abgleich.

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Die sieben Thesen im Schnelldurchlauf

1. Schluss mit Faktenbüffeln

Das reine Anhäufen von Wissen ist passé. Denn das können auch Maschinen.
DeSelfie-Check: Wie wahr. Wir können alles googeln, uns Lernvideos auf YouTube ansehen, die Algorithmen werden immer individualisierter. Und: Wissen alleine bedeutet nicht unbedingt, dass wir verstanden und eingeordnet haben, was wichtig ist und dass wir alles können. Kennen, ja. Können, nein.

2. Werdet weise!

Stattdessen solle der Mensch weise werden, “Weisheit ist das neue Wissen”, zitiert Weiguny.
DeSelfie-Check: Dieser Punkt gefällt uns besonders gut, denn: Wenn Maschinen Wissen anhäufen und wir Menschen darin nie so gut werden wie Maschinen, was bleibt dann den Menschen? Weise zu werden! Und das könnte viel bedeuten: Zwischen den Zeilen zu lesen, sich selbst zu erkunden, zu hinterfragen, emphatisch sein, lernen, auch einmal zu schweigen, obwohl Wissen vorhanden ist. Letzteres können Maschinen nicht. Und wie lernen wir das alles? Indem wir unsere Wahrnehmung für uns selbst und andere schulen – und unsere Persönlichkeit stets weiterentwickeln. Und trauen, das eigene Denken, Fühlen und Handeln zu hinterfragen.

3. Reißt die Schulen ein!

Die wahre Qualität der Zukunft liegt laut Ma in der Kreativität. Die haben Maschinen  nicht drauf.
DeSelfie-Check: Absolut relevant. Menschliche Innovations- und Kreativitätskraft können in Zukunft enorm wichtig sein. Wenn wir unsere bereits eingetrampelten Pfade hin und wieder bewusst verlassen. Im Umkehrschluss: Wenn es Schülern bewusst erlaubt wird, diese Pfade zu verlassen. Und Lehrer ebenfalls die Relevanz erkennen.

In diesem Buch schreibt Duncan Clark, was Jack Ma ausmacht.

4. Jeder Rückschlag macht uns stärker!

Resilienz lässt sich trainieren. Sind wir sehr d’accord und wir erleben in unserer Arbeit in der Beratung die Wichtigkeit dessen bereits seit vielen Jahren.
DeSelfie-Check: Nehmen wir die Pandemiekrise. Wer jetzt sein Krönchen richtet und trotz widriger Umstände aufsteht und seine eigene Haltung zum “anderen Leben” findet, gehört zu den Resilienten unter uns.

5. Lasst die Computer ruhig machen!

Ma meinte 2018, in 30 Jahren würden Konzerne von Robotern geleitet.
DeSelfie-Check: So oder so: Dann kann sich der Mensch ja schon heute überlegen, was er später mit sich anfangen will…womit wir wieder bei Punkten 2 und 3 wären. Weise werden. Kreativ sein.

6. Sucht euch Vorbilder!

Ma meinte, zwischen 30 und 40 solle sich jeder ausprobieren – um mit 40 zu wissen, was er wolle. Und sein Können solle jeder dann ab dem 50. Lebensjahr weitergeben. Schöne Idee, die unser oft so zielgerichtetes Leben ein wenig entschleunigt.
DeSelfie-Check: Unsere jungen Leser haben mit Anfang 20 und einem Bachelor in der Tasche noch reichlich Zeit, um zu erkennen, was sie wollen oder nicht wollen. Und wir wissen auch: Viele fühlen sich unter Druck und getrieben. Manchmal ist es gut, sich in seiner näheren und weiteren Umgebung zu fragen: Wie möchte ich sein? Wer möchte ich sein? Gibt es ein Vorbild für mich?

7. Vertraut den jungen Frauen!

Was macht das Unternehmen der Zukunft aus? Ma sagte damals: Ein Chef, der loslassen kann und der Frauen in sein Team holt, um die emotionale Intelligenz zu fördern. Sehr schön. Noch schöner, wenn es Chefinnen sind.
DeSelfie-Check: Wir sehen in unseren Coachings mit Frauen in Führung jedoch, dass der Weg dortin noch ein weiter ist. Alibi-Frauenförderprogramme in Unternehmen werden den Durchstoß nicht erwirken. Nur eine Haltungsänderung kann das. Und die muss gewollt sein. Dafür braucht es reflektierte Menschen.

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