Thema: Unsicherheit macht krank

Das Helmholtz-Zentrum hat eine Studie veröffentlicht, in der 1800 Arbeitnehmer quantitativ und qualitativ befragt wurden. Das Ergebnis: Wer im Job mit viel Unsicherheit zu kämpfen hat, ist gefährdeter, an depressiven Verstimmungen zu erkranken – und somit auch unglücklicher. Fazit: Unsicherheit kann krank machen. Umso wichtiger zu wissen, wie wir bewusst gegensteuern können.

Unsicherheit kann krank machen – Danke an Andrea Piacquadio von Pexels

Für wen ist die Studie interessant?

Für Menschen, die am Zusammenhang von schwierigen Erfahrungen und (psychosomatischen) Körperreaktionen interessiert sind.

Schauen wir uns unsere Arbeitsmarktrealität einmal an: Seit Corona ist Unsicherheit für uns alle mehr oder weniger “Tagesgeschäft”. Egal ob als Führungskraft oder als MitarbeiterIn: So ganz genau wissen wir nicht, wie sich die gesellschaftliche und die wirtschaftliche Rahmung unseres Lebens in Zukunft verändern wird.

Dann nehmen wir einmal AbiturientInnen oder BachelorabsolventInnen …– auch MasterandInnen. Wenn sie in einen ersten Job einsteigen, bekommen sie häufig nur befristete Verträge. Wie es nach einem Jahr oder nach zwei Jahren weitergeht, wissen nur die wenigsten.

Gleichzeitig müssen sie sich in einer Arbeitswelt zurechtfinden, die von schnellen Veränderungen geprägt ist. Flexibilität, Überstunden, Office, Homeoffice, digitale Erreichbarkeit, digitaler Stress, wenig Einarbeitung und geringe Bezahlung gehören zum Alltag von Berufseinsteigern. Auch wenn Abwechslung gewünscht ist und Lebensläufe immer weniger linear aussehen, weil das so von den jungen Menschen gewollt ist, können wir uns in etwa vorstellen, wie sich die Gegebenheiten auf das Sicherheitsgefühl jedes Einzelnen auswirken können.

Selbstreflexionsfragen

Gut ist, dass es eine Strategie zum Gegensteuern gibt: Wir können aktiv an unserer Resilienz arbeiten, also an unserer eigenen Widerstandskraft. Wer resilient ist, kann gut mit Unsicherheiten, Krisen und Rückschlägen umgehen, ist generell eher zukunftsorientiert als rückwärtsgewandt und eher zuversichtlich als pessimistisch. Hier können wir uns hinterfragen:

  • Wie steht es um meine eigene Zuversicht?
  • In welchen Feldern bin ich zuversichtlich, in welchen weniger?
  • Grüble ich viel über meine Vergangenheit und das, was nicht gelingt?

Tatsächlich ist es so, dass wir Menschen lernen können, den Umgang mit Krisen und schnellen Veränderungen gut zu meistern. Das macht Arbeit und ist manchmal anstrengend und unbequem.

Was uns in Zukunft immer bewusster werden wird, ist, dass Unsicherheit am Arbeitsplatz zu unserer Zeit gehört. Was wir damit – und daraus – machen, allerdings auch.

Das Abstract der gesamten Studie können Sie hier aufrufen. 

Das könnte Sie auch interessieren:

Für manche unter uns sind flexible Arbeitszeiten eine gute Lösung, für andere unter uns ist das viel zu unsicher, weil die Struktur fehlt. Hier ist ein interessanter Artikel dazu.

Einer, der mit Ungewissheit und Unsicherheit leben konnte, war Steve de Shazer. Von ihm können wir lösungsorientiertes Denken lernen. Hier ein Fachartikel über ihn und seine Arbeit.