Menschen arbeiten nicht produktiv acht Stunden am Stück

Wer von uns arbeitet von 8 bis 13 Uhr produktiv durch – und macht dann Schluss? Der Fünf-Stunden-Arbeitstag könnte ein Schlüsselkonzept für digitalisiertes Leben in guter Balance sein. 

Das klassische Arbeitsleben läuft auch in Pandemie-Zeiten bei vielen von uns von Montag bis Freitag – nine to five. Bisher hinterfragten nur wenige CEOs diese Regelung. Ein Geschäftsführer wurde bereits 2017 aktiv und bot seinem Team an: “Gleiches Gehalt – bei nur fünf statt acht Stunden Arbeit!” Sein Resümee: Es funktioniert. 

Was genau?

Lasse Rheingans ist Geschäftsführer der Bielefelder Agentur Digital Enabler. Seinem Team schlug er zu Beginn seiner Tätigkeit ein neues Projekt vor: den Fünf-Stunden-Arbeitstag. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter von 8 bis 13 Uhr konzentriert und ohne Pausen durcharbeiten, aber dafür ab 13 Uhr in den Feierabend starten – oder vielleicht nennt man das in dieser Agentur schon “Feiermittag”…

Ursprung dieser Idee waren die eigenen Erfahrungen des Geschäftsführers. Dieser wünschte sich mehr Zeit für private Aktivitäten, weshalb er sich bei einer vorherigen Agentur zwei Tage die Woche ab mittags frei nahm. Er erkannte, dass sein Arbeitspensum auch an diesen Tagen zu bewältigen war. Allerdings konnte er diese Produktivität nicht an langen Tagen beibehalten. Daher führte er mit seinen jetzigen Kollegen dieses Experiment durch. Fazit: Der Fünf-Stunden-Arbeitstag ist ein Erfolg!

Warum DeSelfie?

Weil die Umstellung von acht auf fünf Stunden dazu zwingt, die eigenen Arbeitsgewohnheiten – vielleicht sogar Alltagsgewohnheiten – zu hinterfragen.

Wie lange kann ich selbst produktiv sein?

Wo verschwende ich persönlich Zeit?

Was mache ich besonders gut und schnell?

Was liegt mir nicht so besonders und was kann ich daran verbessern oder ändern?

Vor allem Führungskräfte profitieren von diesen Überlegungen. Sind die Aufgaben im Team gut verteilt? Genauer: Ist das Pensum meiner Mitarbeiter angemessen und bearbeiten die richtigen Leute die richtigen Themen?

Lasse Rheingans in der FAZ.

Hier ein weiterführender Artikel in der Zeit dazu.

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DeSelfie heißt: Sich selbst auf der Spur sein.